Rundbrief 5

December 5, 2014

Liebe Mitglieder, Gönnerinnen und Gönner, liebe Freunde der IG „Fair-wahrt?“ 
Sehr geehrte Damen und Herren 

Selten waren die Wochen, ja Monate vor dem Jahresende so intensiv und vielschichtig fordernd wie dieses Jahr: deutlich hĂ€ufigere Briefwechsel als ĂŒblich, vielseitiges Engagement und zwischendurch auch wieder gesundheitliche EinschrĂ€nkungen. 

Die laufende Beschwerde beim Menschenrechtsgericht in Strassburg: 

Mittlerweile ist die vom EGMR eingeforderte Stellungnahme von der Eidgenossenschaft eingetroffen. Unser Vertreter bekam Frist bis 5. Januar 2015 fĂŒr eine Replik, welche auf gutem Weg ist. Weil aber nach Verfahrenseröffnung der Schriftwechsel in einer Amtssprache des EGMR erfolgen muss, braucht es einen juristischen (Französisch-)Übersetzer von auswĂ€rts, was leider nochmals mit erheblichen Kosten verbunden ist. So sind wir derzeit besonders auf Ihre/Eure grossherzigen Spenden angewiesen!

Der inliegende Aufsatz „SICHERHEITSWAHN – Der Rechtsstaat auf der Kippe?“: 

ging u.a an die Wochenzeitung (WOZ), wo er Anregungen fĂŒr eigene Recherchen bietet. Alle unsere geschĂ€tzten LeserInnen sind hiermit herzlich eingeladen, den Aufsatz möglichst zu kopieren und weiter zu verbreiten!

Dann enthĂ€lt dieses Rundschreiben auch wieder einen nachgefĂŒhrten „Dokumenten-Katalog“:

Es ist, wie immer, nur eine enge Auswahl. Vereinzelt handelt es sich um recht kleine Artikel. Dass auch Solche wichtige Informationen enthalten können zeigt etwa die Agenturmeldung im deutschen „Spiegel“ vom 31. MĂ€rz ĂŒber Hinweise von der Justiz an Gutachter, welches Resultat von ihnen erwartel wird (Lauf-Nr. 142!

Noch einige Hinweise auf bemerkenswerte Artikel. siehe jeweils Lauf-Nrn.: 
177 (Dr. BrĂ€ggers Kritik am Massnahmevollzug), 
176 (Dr. GmĂŒr’s „Ethische Wegweiser fĂŒr Prognosestellung“), 
175 (Frau Ceesays neuer Verein fĂŒr KoĂ€rsion im Massnahmevollzug „komas“) 
173/156 (die WOZ und der TA zur SVP-Initiative gegen die Menschenrechte), 
170 (bemerkenswerte Papstrede an die Strafrechtsgesellschaft AIDP), 
161 (die offizielle neue TĂ€ter-‚Schubladisierung‘), 
152 (Lotti Sigg ĂŒber „oft schludderige“ Gutachten, 
146 (ĂŒber 2-Zimmer-Apt. fĂŒr Sicherungsverwahrte in Niedersachsen D), 
144 (zur Initiative fĂŒr Gutachter- und Richter-Haftung bei RĂŒckfĂ€llen). 

Nicht zuletzt möchte ich mit diesem Rundschreiben vor Weihnachten all jene unter Ihnen/Euch daran erinnern, dass Viele in endloser geschlossener Massnahme aus eigener Kraft kaum etwas tun können, was ihre Hoffnung fĂŒr eine Zukunft fĂŒr sich auch nur ein bisschen wiederbeleben könnte. Das sind nicht selten Verwahrte mit unverschuldeten schulischen Mankos, psychischen, oder anderweitigen gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen, Legastheniker, teils auch mit Sprach- oder Kulturbarrieren, die leider oft gerade deswegen sehr einsam und ohne Ă€ussere Bezugspersonen sind. So bitte ich vor allern Aussenstehende mit etwas freier Kraft und KapazitĂ€ten, sich einen Ruck zu geben und etwas fĂŒr solche leidenden Mitmenschen tun zu wollen – sei dies, so Jemandem hin und wieder ein Briefchen oder KĂ€rtchen zu schreiben, vielleicht mal ein PĂ€ckchen zu den erlaubten Zeiten und Konditionen zukommen zu lassen oder sie möglicherweise sogar gelegentlich mit einem Besuch zu beglĂŒcken. Bitte kontaktieren Sie uns fĂŒr nĂ€here Infos! 

Auch unsere inhaftierten Mitglieder und andere Mitgefangene möchte ich dazu ermutigen, solche einsamen Kollegen wenn möglich (und erkennbar benötigt) wenigstens ein Quentchen Aufmerksamkeit und etwas NĂ€chstenliebe spĂŒren zu lassen. Das tut einem bekanntlich auch selber gut.

Abschliessend sende ich Allen herzerwĂ€rmende Festtage und alles Gute fĂŒr 2015, jenen in Haft zudem soweit möglich die Freiheit oder zumindest viele gute GrĂŒnde fĂŒr gestĂ€rkte Hoffnung darauf!

Beat Meier