Bulletin 5

December 16, 2011

Die IG „Fair-wahrt?“ wünscht eine friedliche
und in uns Allen die Hoffnung stärkende Weihnachten
und
ein glückbringendes neues Jahr

Ein 2012, das uns Allen mehr Lebensfreude, mehr Gerechtigkeit und vor allem mehr Freiheit bringt! AUFRUF!

Aufruf!

An alle Angehörigen und Freunde/Freundinnen
von verwahrten, unter einer Massnahme auf unbestimmte Zeit inhaftierten oder in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung festgehaltenen Mitmenschen.

Nun können auch Sie sich organisieren!
Eine Interessengemeinschaft ist derzeit im Aufbau für Angehörige und Freunde/ Freundinnen von Verwahrten/Massnahme-Inhaftierten sowie in psychiatrischen Institutionen Festgehaltenen – schon jetzt unterstützt von prominenter Seite! SOLIDARITÄT wird ab sofort gross geschrieben! Direkter Kontakt bei:
Frau Marion Mansour, m.mansour@gmx.ch
Oder schriftlich über:

IG „Fair-Wahrt?“
c/o

Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg

Meine Meinung

Seine Stimme bebt vor Aufregung. „Häii du! Häi nomal!“ hängt er immer wieder seinen schwer ver- ständlichen, empörten Worten hintenan, als er mir sein Leid klagen will. Der Mann mit dem ewig treuher- zigen Lächeln, welches jetzt wieder einmal etwas ge- quält wirkt – gerät bei innerer Erregung leicht in ein gepresstes, atemloses Stottern. „Er dörf-ich nid!“ jetzt war’s deutlicher. „Er dörf-ich nid! Häii-äi-äi!“ M. ist 56 – jedenfalls hat er mir diese Zahl mal mit dem Finger an die Wand gezeichnet. Schlohweisses Haar, dem äusserlichen Eindruck nach eher ein Mitte- 60er, das treuherzige Gemüt etwa eines 8Jährigen. Gut möglich, dass er mir eigentlich eine 65 an die Wand malen wollte. Ich verstand schliesslich soviel: M. war vom Betreuer erwischt worden, als er mit seinem Vor- mund telefonierte. Die Kabine steht direkt vor dem Werkraum. Kurz zuvor hatte darin B., ein Arbeitskolle- ge, scheint’s längere Zeit telefoniert – wie schon oft, auch während der Arbeitszeit. Wie schon oft auch unter den Augen des Werkmeisters. „Er dörf-ich nid! Häii!“. „Und- und…, ich muss immer schaffe du – immer schaffe, ha-han Ruggeweh du, er nid. Und er muss nid schaffe-ich muess! Häi nomol!“ Einfach aus der Kabine gezogen hätte ihn der Chef, erklärte mir M. dann am Abend, bei einem per- sönlichen Gespräch zu dem Vorfall. Dabei hätte er doch unbedingt mit seinem Vormund telefonieren müs- sen. Der käme nämlich am nächsten Freitag! Aber mit dem Abeitsbetreuer, „näi-näi!“, mit dem Chef hätte er schon wieder „Fride gmacht“, entgegnet er mir, als ich ihm sage, er dürfe es diesem ruhig sagen, wenn er sich nicht gerecht behandelt fühle. „Näi-näi! Süsch macht er Rapport, du! Wäisch!“ Nun ist sein Lächeln wieder die pure Treuherzigkeit. B., „dem Chef sein Liebling“, wie allenthalben ge- munkelt wird, „darf“ vieles, was andere nicht dürfen, weil sie Schelte, Kürzung des (äusserst kargen) Arbeits- geldes oder einen Rapport befürchten müssen. B. „darf“ zum Beispiel die Arbeit ohne Folgen auch sonst meist problemlos verlassen, wenn er Lust hat. Öfters

schaut er, bequem sitzend in einem der Plastiksessel im Hinterhof, dem Betreuer zu und plaudert gemütlich auf ihn ein, während dieser für ihn den Holzblock schleift oder sonst eine B. zugeteilte Arbeit für ihn macht. B. der „Liebling“, der alles „dörf“. B., 23, ist ein schlaues Kerlchen, ein gekonnter Manipulator. Aber auch er gehörte wohl kaum hier- her; im Grunde, ebenso wie M., Opfer von Behörden und/oder Verwaltungen ohne Augenmass, ohne den geringsten Zugang zu den verletzten Seelen jener, über welche sie entscheiden. Heute kaum viel anders als zu Zeiten der Zwangsversorgten, Zwangssterili- sierten, Entrechteten, Verdingkindern und in Heimen Ausgebeuteten. B. ist wie die junge ‚Version’ von M. Er zittert wie ein Greis; Nebenwirkungen der starken Medikamente, glaub’s. Wie wohl auch sein schwam- miges Gesicht. B. war früher in der Psychoklinik, da, wo er nicht sein wollte, wochenlang ans Bett gefesselt worden, bis er schliesslich ausrastete und bei der ers- ten Gelegenheit einen Pfleger angriff. Jetzt sitzt er schon lange in dieser Abteilung der Strafanstalt Pöschwies und wartet auf die scheinbar nie kommen wollende Gerichtsverhandlung. B. war also gewalttä- tig und wäre es heute vielleicht weiterhin, ohne die ständigen starken Medis. Vielleicht, weil er es nicht erträgt, abwertend behandelt zu werden. Und weil er nicht endlos in einem Zuchthaus sein möchte… Sieht so ein „humaner Strafvollzug“ aus? Ver- wahrte, Gewaltverbrecher, Drogenkriminelle, Schwerstsüchtige, Sexualmörder, Pensionäre, Untersu- chungshäftlinge, Unschuldige, Zurückgebliebene, Kranke und Behinderte – Kraut und Rüben durchein- ander. Ungleichbehandlungen wären da ja wohl tat- sächlich angebracht, könnte man mit Fug und Recht fordern. Aber dann doch angemessen an Einzelfall und Situation, und nicht nach dem Gusto gewisser ‚Betreuer’! Sonst wird es höchste Zeit, solchen Betreuern eine Betreuung zur Seite zu stellen…

Dies ist an die Geschädigten gerichtet – aber auch an die ‚Steinewerfer’

…und an jene unserer Teilnehmer, die’s betrifft! Es wurde dem Schreiber unlängst vorgeworfen, bisher in sei- nen „Fair-wahrt?“-Schriften „kein Wort des Bedauerns für, oder der Einsicht in die den Opfern zugefügten Leiden“ ge- schrieben zu haben, sondern sich einzig um das Wohl aus- gerechnet jener zu kümmern, welche eben diese Opfer auf dem Gewissen hätten. Dieser Vorwurf ist an sich berechtigt und ich muss ihn zunächst einmal so akzeptieren. Es wäre unserer Interes- sengemeinschaft tatsächlich gut angestanden, wenn wir dies getan hätten und zwar gleich von Anfang an! Wohl drängten sich hierzu gewisse Rechtfertigungen auf: Verwahrte haben in der Regel längst für begangene Taten gesühnt. Sie verbüssen also keine Strafe für ein Verbrechen (mehr) und sicherlich haben viele auch Wiedergutmachung geleistet, die Tat bereut, vielleicht, soweit möglich, bei Ge- schädigten und/oder Angehörigen um Entschuldigung gebe- ten. Verwahrte werden also einzig aufgrund einer bei ihnen angenommenen weiteren Gefahr vorsorglich in Haft behal- ten. Und aus Sicht unserer Interessengemeinschaft: So we- nig wie es Ziel und Aufgabe der (unzähligen) Opferschutzin- stitutionen ist, sich für die Belange der Verursacher der Op- fer, sprich: für die Täter einzusetzen, so kann es auch nicht unbedingte Aufgabe der (bisher einzigen) Interessengemein- schaft für Verwahrte sein, zum Hauptfokus ihrer Anliegen das Leid der von IG-Teilnehmern im einzelnen verursachten Op- fer zu machen. Ich will dennoch nun das Versäumte nachzuholen versuchen. Auch wenn dies so einfach nicht ist. Zunächst ist meine Legi- mitation hierfür eingeschränkt. Grundsätzlich kann ich nur so- weit für Teilnehmer unserer Interessengemeinschaft spre- chen, wie ich mit meinem Gewissen davon ausgehen kann, damit ihren Interessen zu dienen (dazu habe ich mich mit der Gründung unserer IG verpflichtet). Im konkreten Fall gibt es für mich diesbezüglich allerdings keine Zweifel; Grundsätzli- ches Mitgefühl und Bedauern für seelisch und/oder physisch Geschädigte von Straftaten gleich welcher Art dürften wohl immer im Interesse aller Beteiligten sein. Auf der einen Seite gewiss etwas Balsam auf noch offene oder noch unverges- sene Wunden, und auf der anderen zumindest ein kleiner Beitrag zu Absolution und Seelenfrieden.

Unsere IG ist indes ein Sammelsurium unterschied- lichster Menschen. „Wir“ sind nicht ‚einfach’ lauter „blutrüns- tige Mörder“, „brutale Vergewaltiger“, oder gar „Monster in Menschengestalt“, wie es die Boulevardpresse, wie es u. a. Sprecher gewisser politischer Parteien das Volk glauben machen wollen – bei Weitem nicht. Und selbst die wohl recht Wenigen, auf die man/frau ein solches Klischee viel- leicht noch am ehesten anzuwenden sich bemüssigt fühlt; wie viel wissen wir tatsächlich über sie? Wie viel mehr, als aus Skandalpresse-Schlagzeilen? Wer von den allzu zahl- reichen ‚Steinewerfern’ hat schon nur einen Blick in deren Verfahrensakten werfen können? Wer weiss, welche See- lenwunden, oder vielleicht welche neurologischen Defekte ihre „Hände“ im Spiel hatten? Wer kann wirklich sicher von sich sagen, ob er oder sie unter den gleichen Umständen und Voraussetzungen wirklich nicht auch zum Verbrecher oder zur Verbrecherin geworden wäre? Es liegt mir fern, da- mit irgendetwas entschuldigen oder beschönigen zu wollen. Doch schaden tun solche Gesichtspunkte einem ‚Steine- werfer’ wohl auch nicht – nicht einmal dann, wenn er von sich glaubt, ohne Sünde zu sein… Von einem 71jährigen Verwahrten derweil, der sei- nerzeit wegen „Drohung“ 7 Monate kassierte, über den aber gleichzeitig „vorsorgliche“ Sicherheitsverwahrung an- geordnet wurde und der seither schon 14 Jahre hinter Git- tern schmort – unter gleichen Haftbedingungen wie eben die wenigen oben erwähnten auch; bei einem solchen Menschen dürfte es wohl mittlerweile schwer sein, ihn zu einer Entschuldigung für „die Opfer seiner Straftat“ zu mo- tivieren (wenn es überhaupt ein konkretes Opfer gab). An Stammtischen landauf, landab fallen oft wohl gar fürchterli- che Drohworte. Kaum wird da wohl hernach etwas getan für Wiedergutmachung. Dasselbe dürfte auch für den Fahrer im angetrunke- nen Zustand gelten, der – ohne jemanden verletzt zu ha- ben – erst jetzt nach 10 Jahren Verwahrung auf Veranlas- sung des Bundesgerichts auf freien Fuss gesetzt wird. Oder auf jene Verwahrten, welche hier und in anderen ‚Zuchthäusern’ letztlich einzig aufgrund geistiger/seeli- scher Defekte auf unbestimmte Zeit hinter Gitter bleiben, bei denen die Psychiatrie überfordert ist oder weil „aus Ka- pazitätsgründen“ keine andere Lösung gefunden wurde; wel- che Opfer sollten diese denn um Verzeihung bitten? Oder

hier und an dieser Stelle: welches Recht hätte ich, stellver- tretend und pauschal auch für diese ‚Art’ von Verwahrten jemanden um Verzeihung zu bitten? Gewiss, manch ei- nem unter uns würde dies nach wie vor mehr als nur gut anstehen und würde wohl auch manch einem Verbre- chensopfer eine Hilfe bei der Verarbeitung bedeuten. Es liegt aber in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Und – nebst einer unbekannten weiteren Zahl von nicht so einfach in die „Monster-Schublade“ passenden Teilnehmern unserer IG – es gibt letztlich noch die ebenso unbekannte Zahl von zu Unrecht Verwahrten. Sei dies, weil das Gutachten über sie fehlerhaft und damit die Pro- gnose möglicherweise falsch war (siehe Bulletin 3 S.6: „bis zu 80% sogenannte false positives“, also vier von fünf zu Unrecht verwahrt!), oder sei es weil sie gar aufgrund feh- lerhafter Strafuntersuchung und konsequenterweise zu- weilen auch Urteilen völlig unschuldig in die Sackgasse ei- ner Verwahrung gerieten: wer nicht geständig ist, gilt heute geradezu ‚automatisch’ als „uneinsichtig“ und „untherapier- bar“, etwas, das heutzutage der sicherste Weg in die Ver- wahrung bedeutet! Wenn man sich also auch dessen be- wusst ist (und nur wer blind an die absolut unfehlbare Jus- tiz glaubt ist sich dies nicht), wie könnte man von solchen Menschen „Reue“ (für welche Straftaten?) und die an die Opfer (an welche Opfer?) gerichtete Bitte um Vergebung abverlangen?

Nein, so schwarz-weiss ist die Welt bekanntlich nicht und das gilt eben auch für die Welt der in der Schweiz ver- wahrten oder in einer anderen, zeitlich unbegrenzten Mass- nahme inhaftierten Menschen. Ich kann also, beim besten Willen und grösster Anerkennung des Leides der Opfer von schweren Straftaten, hier keine, die Teilnehmer unserer In- teressengemeinschaft pauschal vertretende Bitte um Ver- gebung aussprechen. Dafür ist und bleibt jeder einzelne, den dies betrifft, selber verantwortlich. Ich bliebe im Grunde also eigentlich gezwungenermassen eingeschränkt auf den Ausdruck tiefsten Bedauerns und des Mitgefühls für alle Opfer von Straftaten gleich welcher Art, das ich auf jeden Fall hiermit bekräftigen möchte. Ich kann aber eines, und will dies auch sehr aufrichtig tun: Stellvertretend für all jene Teilnehmer unserer Inter- essengemeinschaft, welche dies wünschen und welche es nicht schon selber getan haben, stellvertretend für all jene, welche diese meine Aussage für sich so gutheissen können, sie unterstützen, sie mitzutragen bereit sind oder sie zumindest billigen, namens all dieser und insbeson- dere auch namens jener, welche dies eigentlich selber tun möchten, denen jedoch dafür der Mut, oder sonst wie die Möglichkeit fehlt…; für all diese unserer Teilnehmer bitte ich hiermit diejenigen Mitmenschen, welche in ir- gendwelcher Art, direkt oder indirekt Opfer von Straftaten durch Teilnehmer unserer Interessengemeinschaft wur- den, in Demut und von Herzen um Verzeihung!

Interne Informationen

Bisher:

Spenden: Aus den letzten beiden Postkonto-Aus- zügen gingen folgende neuen Spendeneingänge hervor: im Oktober:

Fr. 5.– von einem Teilnehmer (in Briefmarken)

Fr. 500.– von einer Gönnerin Im November:

Fr. 50.– von einem Teilnehmer

Fr. 200.– von einem kirchl. Gefangenenbegleiter

Fr. 200.– von einer Gönnerin

Fr. 500.– von einem Gönner

Fr. 150.– von einem Teilnehmer

Wir danken den Spendern und Spenderinnen hiermit ganz herzlich! Ihre Spenden werden respekt- und verantwor- tungsvoll eingesetzt!

Trotz dieses sehr erfreulichen und willkomme- nen Anstiegs der Spenden im vergangenen Monat übersteigen die bis dato Betriebskosten die Spen- deneinnahmen noch immer. Wir bitten daher wei- terhin um Ihre Unterstützung, damit wir unsere IG und damit unsere berechtigten Anliegen in der Ge- sellschaft weiter bekannt machen und uns für deren Realisierung noch stärker einsetzen können.

Der Rechtsanwalt aus Zürich von welchem im den Bulletins 3 und 4 die Rede war, hat dem Schreiber einen weiteren Besuch abgestattet und ist inzwischen schon mehrfach tätig gewor- den.

Eigentlich hätten wir hier einen Beitrag dazu vorgesehen. Leider geriet der Schreiber mit den Vorarbeiten für das Bulletin in argen Verzug. Nebst gesundheitlichen Rückschlägen und da- mit zusammenhängender reduzierter Leistungs- fähigkeit haben auch diverse Ereignisse Zeit- verlust gebracht. Beiträge über den Rechtsanwalt müssen von ihm vorgängig gutgeheissen werden. Nun wurde die Zeit letztlich zu knapp, um den ge- planten Beitrag ihm noch vorab zuzustellen und seine Rückkoppelung rechtzeitig zu erhalten.

Homepage:
(www.fair-wahrt.ch / www.verwahrung.ch)
Statistik des ersten halben Betriebsjahres:

MonatKBytesVisitsFilesHits
Jun.125’0031433’1984’754
Jul.256’8116269’83916’965
Aug.70’4234724’7556’600
Sept.83’1074944’3637’274
Okt234’7068549’55016’901
Nov.498’2341’37719’64942’058

Kbytes: Grösse des gesamten Datenverkehrs

Visits: Anzahl ‚neue’ Homepagebesuche

Files: Anzahl aktive Zugriffe (z.B. Downloads)

Hits: Gesamtanzahl Zugriffe auf die Seite

Unsere Homepage ist eine Erfolgsstory! Dies be- sonders, wenn man bedenkt, mit welchem ‚Gegen- wind’ eine Gruppe wie die unserige gerade heutzu- tage zu kämpfen hat. Homepagebesuche und Sei- tenaufrufe fast verzehnfacht! Langsam aber sicher wird der Grundstein gelegt für eine echte Lobby für uns! (Siehe auch hier folgend) Facebook: Unser Facebook-Konto mit dem Namen „Fair Wahrt“ macht, so scheint es, ebenso steile Karriere: gemäss Auskünften des Betreibers (der-

selbe wie für die Homepage: FUCHUR) haben sich mittlerweile schon an die 150 Menschen als „Freunde“ eintragen lassen. Besonders erfreulich daran: ein erstaunlich grosser Teil prominente Per- sönlichkeiten: Parteipräsidenten, Nationalräte, Fernsehmoderatoren… Diskussions-Blog: Weniger Begeisterung scheint der Blog auf unserer Homepage beim Publikum auszulösen. Bisher hat sich noch niemand dazu überwunden, dort seine/ihre Meinung zu schrei- ben, eine Diskussion loszutreten, Vorschläge oder konstruktive Kritik anzubringen (dürfte auch anonym sein!). Die positive Seite der Medaille: keinerlei Hetz- und Lästerbriefe (wirklich nicht; FUCHUR versichert mir, dass wir – erfreulicher- weise – von solchen, sonst bei diesem Thema sich rasch zu Worte meldenden destruktiven Sei- ten verschont blieben). Er selber füllt die Lücken dafür mit immer wieder neuen, wertvollen und wohldurchdach- ten Beiträgen zu aktuellen Themen und bringt im Blog – nebst der Rubrik mit den zum Down- load bereitgestellten Bulletins – auch besonde- re Neuigkeiten aus unserer Warte. Bei dieser Gelegenheit möchten wir ihm – und gewiss dür- fen wir das auch im Namen aller unserer Teil- nehmer – einen ganz grossen Dank ausspre- chen! (Siehe weiter unten: „Die Blogistik“) Teilnehmer/Gönner: Wir wachsen weiter: Nach heutigem Stand (14.12.) zählt unsere Interessen- gemeinschaft 25 Gönner und Gönnerinnen und 30 Teilnehmende (Verwahrte/Massnahmege- fangene), total also 55 Personen. Mitberücksichtigt dabei ist ein Wiedereintritt ei- nes der Gründungsteilnehmer, welcher im Verlau- fe des Sommers aufgrund von Druck von dritten Seiten ausgetreten war. Herzlich willkommen zurück!

DIE „BLOGISTIK“:

In dieser Rubrik werden für Teilnehmer ohne Webzu- gang Auszüge aus unserem Website-Blog und Kom- mentare unseres Webmasters „Fuchur“ veröffentlicht.

Wir können hier leider nicht die gesamten Blog-Artikel und – Kommentare wiedergeben. Doch für dieses Jahresende- Bulletin und nachdem es in der Nr. 4 aufgrund einer techni- schen Panne gar keine Blogeinträge gab, hier nun ein et- was ergiebigerer Einblick, in die (aus Platznot hier zumeist stark gekürzten) jüngsten Beiträge unseres „Schutzdra-chens“ FUCHUR. Eine Auswahl:

TAG DER MENSCHENRECHTE
FUCHUR in ‚FUCHUR’s Kolumne’ – 10.12.2011
Am heutigen Tag der Menschenrechte wird besonders auf alle die Un-Rechte hingewiesen, die Menschen überall auf der Welt erleiden müssen.

An was denken wir aber spontan beim Begriff „Menschen- recht“?

Wohl vor allem an das Unrecht, das Menschen in unde- mokratisch regierten Ländern erleiden müssen, an die staatlich gelenkte Gewalt gegen aufmüpfige unzufriedene Bürgerinnen und Bürger.

Doch wer denkt daran, dass statistisch erwiesen, internati- onal – also auch in der Schweiz – 6 von 7 Verwahrten nie mehr rückfällig würden, könnten sie wieder in Freiheit le- ben? (…) Tag der Menschenrechte … so viel Unrecht allein in unserem Lande…!

Bemerkung für diejenigen, die glauben, es werde zu viel für (ehemalige) „Täter“ und zu wenig für ihre „Opfer“ getan: Das eine schliesst das andere nicht aus. Wer Beweise ei- ner einseitigen „Täter“-Bevorzugung liefern kann, ist herz- lich eingeladen, diese hier zu dokumentieren. Hier ist der Focus auf „Verwahrung“ und deren realen Durchführung gerichtet, an anderen Orten auf anderes, ebenso Wichtiges und vielleicht ebenso Bedenkliches…!

Als Pflegefall im Gefängnis
FUCHUR in ‚FUCHURs Kolumne’ – 07.12.2011
„Die Anstalten sind auf alte und gebrechliche Inhaftierte nur unzureichend vorbereitet“ – Bericht in der NZZ.

Ziemlich verdeckt innerhalb der ausführlichen Berichterstattung kommt der „Fall A.H.“ zur Sprache:

„Der Fall eines an Krebs erkrankten Verwahrten in der An- stalt Pöschwies führt die Problematik exemplarisch vor Au- gen. Da er im Rollstuhl sass und dreimal täglich zum Arzt musste, war er auf Pflege angewiesen. Vor einigen Jahren habe man solch schwer erkrankte Gefangene, auch Ver- wahrte, noch in offene Einrichtungen überweisen können, erzählt Graf. So durfte etwa ein an Leberkrebs erkrankter Häftling die letzten Tage seines Lebens im Lighthouse ver- bringen. Eine solche Handhabe sei heute kaum mehr mög- lich.“ (…)

Warum wurde Direktor Graf nicht mit den skandalösen Ge- schehnissen konfrontiert, die sich in „seiner“ Anstalt im Zu- sammenhang mit dem „Fall A.H.“ abspielten und diesem keine Überlebenschancen mehr liessen?

Warum werden solch todbringende Unterlassungen nicht auch von den Medien als Offizialdelikte angeprangert und eine lückenlose Untersuchung gefordert?

„Gefängnisinsassen werden immer älter“
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 05.12.2011
Der Tages-Anzeiger kommentiert heute einen Bericht in der NZZ:

„In der Zürcher Anstalt Pöschwies sind 13 der zurzeit 426 Insassen über 60 Jahre alt.“

Das Gefängnispersonal sei nur tagsüber anwesend und nicht für die Altenpflege ausgebildet. „Für eine 24-Stunden- Betreuung, wie dies beispielsweise Krebspatienten bräuch- ten, fehlt das Geld,“ sagt der Pöschwies-Direktor Graf, „ausserdem klingt das in den Ohren der Bevölkerung nach «Komfort» und «Kuscheljustiz».“ (…)

Die Vollzugspraxis sei heute restriktiver, erklärt Florian Funk, Sekretär des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats. „Während man vor einigen Jahren schwerkranke Insassen noch in offene Einrichtungen überweisen konnte, sei dies heute kaum mehr möglich. Das Stimmvolk hat sich für die Verwahrungsinitiative ausgesprochen – mit der Konse- quenz, dass die Täter länger im Vollzug bleiben.“

Wenn Direktor Graf deshalb fordert, man müsse dann „aber auch mehr Mittel investieren, um den Insassen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen“, tönt das zwar edel und vernünftig, aber wie will er sich (nur ein Beispiel:) im „Fall A.H.“ rechtfertigen?

Sind das nicht nur schöne Worthülsen, wenn nachweisbar einem schwerkranken Verwahrten eine dringend notwendi- ge Spitalpflege mit einer skandalösen Begründung verwei- gert wird? (…)

Wie lange noch will man solches dulden, wie lange noch immer mehr Menschen lebenslang in Strafanstalten „aufbewahren“ und sterben lassen wegen nachweisbar falsch ausgelegten Statistik-Prognosen?

Spendenorganisationen horten Hunderte von Millionen Franken
FUCHUR in ‚IG FAIR-WAHRT?’ – Tages-Anzeiger, 05.12.2011
Ich wüsste eine Organisation, die Spenden dringend braucht und diese sicher nicht horten wird:

Postkonto: 85-593775-8
IBAN: CH48 0900 0000 8559 3775 8
Fair-wahrt? c/o Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg
BIC: POFICHBEXXX 

Überweisungen bitte mit Vermerk: „für IG Fair-Wahrt“

Der Aufbau dieser Interessengemeinschaft wird von weni- gen Leuten ehrenamtlich geleistet. Diese Arbeit kommt nicht nur den Betroffenen zugute, die hat auch positive Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft! Wer das be- zweifelt, darf sich gerne melden:

DEN SPENDERN GANZ HERZLICHEN DANK!

Das neue Buch von Peter Zihlmann:
„Der Richter und das Mädchen“
…kann nur jenen nicht empfohlen werden, die sich ihr Bild eines unfehlbaren und gerechten Rechtssystems nicht an- kratzen lassen wollen.

Jemand empfahl mir das Buch mit den Worten: “Für mich ist es im Moment beinahe so etwas wie eine ‚Bibel‘ gewor- den – fast jedes Wort spricht mir aus der Seele“. (…es folgt ein ausführlicher Buchbeschrieb) FUCHUR

Der Beobachter berichtet
FUCHUR in ‚Medien-Echo’ – 27.11.2011
Der Beobachter berichtet in seiner Ausgabe 24/11 aus- führlich über den „Fall A.H.“

Der Direktor der JVA Pöschwies gestand gegenüber dem „Beobachter“ zu, „dass es «im Nachhinein wohl besser gewesen wäre, die Ehefrau sofort nach der Überweisung insSpitalzuinformieren».“ FrauH.wurdeerstbenach- richtigt, als ihr Mann bereits einen Tag im Spital lag und nicht mehr ansprechbar war.

Natürlich verwundert nicht, dass der Direktor die von A.H.’s Abteilungsgenossen geschilderten Vorkommnisse weniger dramatisch sieht, „doch Ueli Graf will die Beden- ken der Insassen dennoch ernst nehmen. Die künftige Betreuung Pflegebedürftiger sei tatsächlich ein ungelös- tes Problem“.

In einem separaten „Beobachter“-Bericht gibt Ueli Graf zu: «Verwahrte bleiben unter einem Strafregime». Er bringt es auf den Punkt: „Alle Massnahmen, die nach mehr Komfort tönen, dürften es schwer haben. In der Bevölkerung geistern diese fal- schen Bilder einer Kuscheljustiz herum. Die Gesellschaft hat sich nun mal für Verwahrungen ausgesprochen, um sich vor speziellen Straftätern zu schützen.“ Er fügt bei, was besonders

hervorzuheben ist: „Jetzt muss sie auch für deren altersgerech- te Betreuung sorgen.“

Ist sich die „Gesellschaft“ auch wirklich bewusst, was für Konsequenzen sie mit ihren überrissenen Sicherheitsfor- derungen auf sich genommen hat? Wohl kaum!

Sehr einsichtig tönen solche Worte vom Direktor einer Strafanstalt: „Wir müssen aber eine grundsätzlichere Fra- ge beantworten: Sollen Verwahrte überhaupt noch zu- sammen mit Strafgefangenen untergebracht werden? Denn obwohl sie ihre Strafe verbüsst haben, bleiben sie unter einem Strafregime. Auch als über 65-Jährige müs- sen sie noch arbeiten, sie werden jeden Morgen zu einer bestimmten Zeit geweckt, und es gibt spezielle Kleidervor- schriften. Die Verwahrung soll aber keine zusätzliche Strafe sein. Sie soll nur verhindern, dass gefährliche Men- schen wieder in die Gesellschaft entlassen werden.“ Sein Lösungsvorschlag: „Spezielle Gefängnisse oder Abtei- lungen für Verwahrte, in denen sie mehr Freiheiten erhalten.“

„Der Sonntag“ berichtet
FUCHUR in ‚Medien-Echo’ – 27.11.2011
Auch in der heutigen Ausgabe von „Der Sonntag“ wird über den „Fall A.H.“ berichtet und auf die „IG Fair-wahrt?“ hinge- wiesen:

„Der Krebstod eines in der Strafanstalt Pöschwies verwahrten Gefangenen wird zum Fall für die Justiz. Die Witwe des 53-jäh- rigen Mannes reicht definitiv Strafklage gegen die Gefängnislei- tung ein, wie sie der Zeitung „Der Sonntag“ bestätigt. Ihr Vor- wurf laute insbesondere auf „unterlassene und verweigerte Hil- feleistung“,sagtsiegegenüberderZeitung….A.H.littanKno- chenkrebs und erhielt Chemotherapien. Witwe und «IG Fair- wahrt?» werfen den Verantwortlichen in Pöschwies vor, A. H. trotz starker Schmerzen zur täglichen Arbeit gezwungen zu ha- ben“

Gäbe es die „IG Fair-wahrt?“ nicht, würde dieser „Zwischen- fall“ schnell einmal wieder vergessen, und kaum jemand in- teressierte sich gross dafür, wie es der Witwe eines „zu Recht(?)“ verwahrt gewesenen Vergewaltigers geht.

Wie beim letzte Woche bekannt gewordenen Fall des – ge- mäss Entscheid des Bundesgerichtes – zu Unrecht Ver- wahrten, (der Tages-Anzeiger berichtete u.a. darüber), müsste auch der „Fall A.H.“ auf die Rechtmässigkeit der angeordneten Verwahrung wenigstens im Nachhinein überprüft werden.

Der Beobachter schreibt zum kürzlichen Entscheid des Bundesgerichtes (zum Fall des nach 10 Jahren aus der Verwahrung entlassenen, ursprünglich wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand zu wenigen Monaten verurteilten Mannes – siehe weiter unten): „Die Verwahrung war nur möglich, weil die Zürcher Justiz- behörden das Gutachten in «unzulässiger Weise uminter- pretiert» haben.“ und :
„Heute wird im Zweifel verwahrt. Und wer verwahrt ist, soll nie mehr rauskommen. Zu diesem Zweck schrecken Be- hörden offenbar nicht einmal davor zurück, Gutachten in «unzulässiger Weise umzuinterpretieren».“, und stellt dazu „vier goldene Regeln für faire Verfahren“ vor: „Erste Regel: Nur der Staat darf strafen. Die Lynchjustiz macht Fehler, weil Menschen mit einem Stein in der Hand zu oft den Falschen treffen.

Zweite Regel: Jeder starke Eingriff in persönliche Rechte muss von unabhängigen Gerichten überprüft werden kön- nen. Denn Ämter, die direkt mit Betroffenen zu tun haben, sind zu befangen.

Dritte Regel: Es gibt Grundrechte, die man keinem Men- schen nehmen darf, weil sie ihm als Mensch zustehen.

Vierte Regel: Die absolute Wahrheit kennt keiner. Nur faire Verfahren bringen uns der Wahrheit näher. So hat zum Beispiel jeder Angeklagte ein Recht auf einen Anwalt und kann Gutachten beantragen, die Behörden und Richter nicht «in unzulässiger Weise uminterpretieren» dürfen.“

(Quelle: Hysterie ist ein schlechter Richter / Dominique Strebel / Beobachter, Ausgabe 24-11)

Deshalb müsste nachträglich auch im „Fall „A.H.“ geklärt werden, ob dieser Mann wirklich so gefährlich war, dass seine Verwahrung gerechtfertigt war. Vorschlag: „Ehefrau- Therapie“

(…) Können sich Justizbeamte und Forensiker nicht vor- stellen, dass eine Ehefrau auf das zukünfige Verhalten ihres Mannes weit mehr Auswirkungen hat, als die beste Therapie und zudem allen mehr Glück und Zufriedenheit brächte?

Der „Fall A.H.“ müsste also auch in dieser Hinsicht über- prüft werden und ergäbe einen Modellfall, wie die Anzahl von Verwahrten reduziert werden könnte.

Eine „Ehefrau-Therapie“ würde erst noch wesentlich weni- ger kosten und ersparte teure Einrichtungen…!

Frei nach zehn Jahren Verwahrung!
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 21.11.2011
Ein seit zehn Jahren Verwahrter darf die Pöschwies verlas- sen!

Mathias Ninck berichtete darüber im Tages-Anzeiger. Es stand zuoberst auf der ersten Seite! Ein ausführlicher Be- richt und ein Kommentar füllte fast eine weitere Seite!

Das Erstaunliche an dem Bericht: Aus den meisten Leser- kommentaren konnte man lobende Worte über den Ent- scheid des Bundesgerichtes lesen!

Da bin ich mir ganz anderes gewohnt aus Diskussionen zum Thema Verwahrung. Auch tönte es ganz anders, vor und nach der Abstimmung über die Verwahrungsinitiative! (…)

„Zwei Psychiater. Zwei Welten“
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 20.11.2011

(Anmerkung des Schreibers: Der folgende ‚FUCHUR’-Arti- kel betrifft eine vielleicht bahnbrechende Auseinanderset- zung unlängst zwischen Experten zum Thema Verwah- rung und Therapie. Darum haben wir ihn für dieses End- jahresbulletin in ganzer Länge abgeschrieben.)

Es ist schon eine Weile her, dass „Der Sonntag“-Redaktor Sandro Brotz auf den Konflikt zwischen zwei Psychiatern, respektive zwei unterschiedlichen Auffassungen zum The- ma „Forensische Psychiatrie und Ethik“ aufmerksam ge- macht hat.

Wer glaubt, dieser Konflikt sei inzwischen tatsächlich eska- liert, täuscht sich. Oder die Öffentlichkeit wird darüber hin- weggetäuscht, welche Machtkämpfe in den Gemächern der Justizia ausgetragen werden…

Doch diese Auseinandersetzung erhält neue Aktualität, wenn man die Hintergründe vom „Fall A.H.“ betrachtet. Nicht nur, dass in den letzten Tagen des A.H. alle Verantwortlichen in der Pöschwies versagt haben, – es müsste auch rückwirkend ge- klärt werden, wie „neutral“ das psychiatrische Gutachten aus- gefallen ist, welches den schwer Kranken im Gefängnis mit völ- lig unzureichender medizinischer Versorgung festhielt.

Zusammenfassung des Aufsatzes „Forensische Psychiatrie und Ethik“ in der Schweizerischen Ärztezeitung 2011;92: 37

„Für die Psychotherapie von verurteilten Delinquenten gelten dieselben ethischen Gebote wie für andere Patienten.“ schreibt Dr. Gmür in der Einleitung zu seinem Bericht. Es sei der „Einfluss der von den Boulevardmedien emotionalisier- ten öffentlichen Meinung, die schärfere Methoden der Krimi- nalitätsbekämpfung fordert,“ dass „sich die forensische Psychiatrie in den letzten Jahren immer mehr von psychia- trieethischen Maximen entfernt“ habe.

Für die Anordnung einer stationären Massnahme habe sich der „Drohbegriff «kleine Verwahrung» eingebürgert”.

Aus Angst vor Repressalien würden es Massnahmepatienten und deren Angehörige immer weniger wagen, sich gegen Miss- stände zu wehren.

Gmür wagt sogar die Behauptung, Justizbeamte würden mit Kritik zurückhalten, „weil sie nachteilige Folgen für ihre beruf- liche Stellung und Karriere befürchten“!

Gmürs Kritik richtet sich vor allem gegen die psychiatrische Diagnostik, welche für die Prognosestellung von Straffälligen eine wichtige Rolle spielt.

Die Diagnostik habe sich „zu einer psychodiagnostischen We- sensbestimmung entwickelt“. Diese Entwicklung werde da- durch begünstigt, dass sich die forensische Psychiatrie „nicht mehr in erster Linie mit klinisch relevanten Krankheiten be- fasst, sondern die Beurteilung von Persönlichkeitsstörungen, mithin des gewöhnlichen Gewalttäters, zu ihrer Kernkompe- tenz erklärt.“

Das sei ein Eingriff in den „Zuständigkeitsbereich normativ richterlicher Urteilsfindung”

Sie bestimme durch „metrische und statistische Verfahren“ die kriminelle Persönlichkeit und „masst sich an, den zu- künftigen Verbrecher nach Punkten zu identifizieren.“

Ihre Prognoseinstrumente würden Merkmale verwenden, die „mit Krankheit und krimineller Handlung nicht direkt zu tun haben“ und berechnen so die Gefährlichkeit durch eine deterministische Auffassung, „die das Prinzip von freier Willensbildung und Selbstverantwortung geringschätzt oder sogar ausser Kraft setzt.“

Sie werde als „Basis für eine kriminalhygienische Säube- rungsaktion benutzt, welche die Gesellschaft von kriminel- len Individuen befreien soll“ und leiste „damit einer wissen- schaftlich verbrämten Verdachtsjustiz Vorschub.“

„In der Psychotherapie, die als Massnahme angeordnet wird (Art. 59-61, 63 StGB), werden vielerorts Methoden praktiziert, die repressiv und persönlichkeitsverletzend sind. Sie missachten dadurch in krasser Weise psychiatrieethi- sche Standards. Diese gelten für verurteilte Delinquenten in gleicher Weise wie für alle anderen Patienten. Der Straf- vollzug an sich kommt zwar nicht ohne repressive und frei- heitseinschränkende Massnahmen aus. Psychotherapie

darf aber nie als Übelzufügung, als Zusatzstrafe oder Straf-

verschärfung konzipiert sein.“

Sakrosankt seien Gebote, wie das „Bemühen um Herstel- lung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Patient und Therapeut, Einhaltung von Diskretion und Schutz der Intim- sphäre. Völlig unzulässig sind Drohungen, Herabsetzun- gen, Beleidigungen, Drangsalierung, zermürbende, an Ge- hirnwäsche grenzende Stereotypien, Weiterleitung von In- halten der Therapie an Behörden, Verpflichtung zur Teil- nahme an Gruppentherapien und alle Formen der Ausnut- zung der haftbedingten Abhängigkeit.“

Dem Opferschutz sei kein Dienst erwiesen, wenn Therapie eine „quasi manufakturelle, zurechtbiegende Bearbeitung der Psyche des Patienten“ sei. Vielmehr müsse diese als „eine interaktive Behandlung“ gestaltet werden, „die den Empfindlichkeiten und Eigenheiten des Patienten Rech- nung trägt.“

Aus psychiatrischer Sicht sei es unzulässig, einen Patienten in eine „perspektivelose Lage zu drängen und unerfüllbare Forderungen zu stellen“. Wie soll er zum Beispiel in Haftbe- dingungen den Beweis seiner Rückfallsfreiheit erbringen, wenn die Voraussetzungen dafür fehlen?

Missachtung ethischer Grundsätze „lässt die forensische Behandlung zu einer Delinquentenquälerei entarten.“

Sie rufen „bei den behandelten Straftätern und Straftäterin- nen meistens Verbitterung, Hass- und Rachegefühle her- vor, die sich in neuem deliktischem Aktionismus entladen können.“

Gmür macht Vorschläge wie anders vorgegangen werden kann und weist darauf hin dass oft vergessen werde, „dass der Rechtsstaat in einer humanisierten Gesellschaft uns alle vor fal- schen Urteilen und inhumanem Strafvollzug zu schützen hat. Den mutmasslichen Täter soll er durch die Maxime in dubio pro reo vor einem Fehlurteil bewahren.“

„Beim verurteilten Delinquenten soll durch das Institut des bedingten Strafvollzuges, den Erlass eines Strafdrittels bei gutem Verhalten und den Verzicht auf Rachejustiz zuguns- ten der Resozialisierung die negative Wirkung der Strafe auf seine Persönlichkeit so weit wie möglich verhindert werden. Solche Leitlinien sind, ebenso wie das Folterverbot bei Ermittlungsverfahren der Polizei, Kennzeichen einer Justizpraxis mit ethischem Augenmass.“

Die forensische Psychiatrie sei für das Strafrecht nur von li- mitierter Bedeutung.

„Das Dominanzstreben der Gerichtspsychiatrie ist daher nicht gerechtfertigt. … Wenn sie den Täter als Opfer seiner selbst definiert und ihn open end, gar weit über die Straf- dauer hinaus, in Haft behält, schwächt sie das deliktprä- ventive therapeutische Potential der Strafe, die an die Be- eindruckbarkeit, das Rechtsempfinden und die Fairness des Delinquenten appelliert.“

Ausserdem könne die fachpsychiatrische massnahmerele- vante Prognosebeurteilung „kaum objektiv und redlich er- folgen“, „wenn der Experte nicht nur für mangelnde Sorg- falt, sondern für jeden nicht vorausgesehenen Rückfall haftpflichtrechtlich belangt oder an den medialen Pranger gestellt wird.“

„Die forensische Psychiatrie führt sich, die Justiz und die Gesellschaft in ein rechtsstaatliches Debakel, wenn sie in der Rechtsprechung eine Vormachtstellung anstrebt oder sich aufdrängen lässt. Sie ist gut beraten, wenn sie sich strikte an ihre hauseigenen ethischen Maximen hält, sich auf die Grenzen ihrer fachlichen und gesellschaftspoliti- schen Kompetenz besinnt und sich nicht von extremisti- schen Ansprüchen einer fanatisierten, rechtsstaatlich unbe- kümmerten Öffentlichkeit vereinnahmen lässt“

Quelle: Schweizerischen Ärztezeitung 2011;92: 37

www.verwahrung.ch/blog, oder: www.fair-wahrt.ch/blog

Diverses

Erfreuliches…,

Schreiben wieder erlaubt: Nach unserer Inter- vention bei der Direktion wurde das in früheren Bulletins diskutierte ‚Schreibverbot’ (Erstellen von Briefen, Beschwerden etc. auf Wunsch und stellvertretend für Gefangene, die solches nicht oder ungenügend beherrschen) inzwischen wie- der gelockert. Bedingung ist jetzt ‚einfach’ je- weils ein Hausbrief an die Direktion von beiden Parteien und aus solchen stellvertretenden Schriftarbeiten muss der Schreiber ebenso klar hervorgehen, wie derjenige, für den er schreibt.

Merkliche Verbesserung: Seit den umstrittenen Umständen vor und um den Tod von A.H. (siehe Rundschreiben vom 19.11.11) sind auf dieser Ab- teilung (ASP, JVA Pöschwies) seitens des Betreu- erpersonals merklich mehr Sorge zu verzeichnen um das Wohlergehen kranker und älterer Mitge- fangenen.

Umfrageergebnisse übersteigen Erwartungen! Die vor einiger Zeit von uns lancierte Umfrage zeitigte mehr Einsendungen als anfangs gehofft! Wir dan- ken allen, die sich die Mühe dafür genommen ha- ben! Die Auswertung ist im Gange. Da wir das Bestmögliche daraus holen möchten, ist der Auf- wand recht gross und zeitintensiv. Gesundheitli- che Probleme des Schreibers verzögerten den Fortschritt zu sehr, um die Resultate schon für

dieses Bulletin bereit zu haben. Voraussichtlich bis Ende Januar/Anfang Februar ist es soweit.

Ein Zeichen des Himmels? Die Hass-, Hetz- und Angstpolitik von Blocher und Co. wird, end- lich!, erst vom Stimmvolk, und nun auch von der vereinigten Bundesversammlung abge- straft. Eine merkliche; nein, was sage ich?, eine MASSIVE Einbusse für den Ruf der SVP-Hard- liner, allen voran die drei B’s: Blocher, Baader, Brunner. Und auch Heer, Mörgeli, Rickli, Frey- singer und wie sie alle heissen… Eine deutliche gelbe Karte – gewiss nicht bei allen gleicher- massen verdient – für die SVP als Ganzes!

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Jetzt Besteck aus Metall: In der neuen Ab- teilung 60+ in der JVA Lenzburg haben die Gefangenen, nach wiederholten Protesten gegen das anfängliche Plastikbesteck, nun normale Löffel, Gabeln und Messer aus Me- tall bekommen. (Dies gehörte eigentlich, statt hier unter Erfreuliches… eher in eine Rubrik: „Warum nicht gleich?“!)

Erfreulich witzig: Warum haben die Ostfriesen keine U-Boot-Flotte mehr? – Die ist am Tag der offenen Tür untergegangen.

Aus „Pipeline“, informative kleine Knast-Info. Für Infos oder ‚Abo’-Konditionen: Peter Wiederkehr, Abteilung 60+, Postfach 75, 5600 Lenzburg)

…über weniger Erfreuliches…

Nachtrag zur Busse wegen „Rechtsgeschäft: (siehe Bulletin 3 und 4 unter dieser Rubrik) Der ‚Fall’ liegt jetzt beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich!

Salamitaktik: Seit etlichen Jahren erleben Pöschwies-Insassen eine stetige Abnahme ihres ‚Lebensstandards’. Nicht genug damit, dass der Zürcher Kantonsrat seine Sparübun- gen nicht zuletzt an den Schwächsten der Ge- sellschaft ‚übt’ – und dazu gehören natürlich auch Gefangene (Kürzung des Arbeitsentgelts um 10%, Kürzung des Tagessatzes für die Ver- köstigung ebenfalls um 10%) –, sondern die Straf-Verschärfungsmassnahmen werden immer einfallsreicher. Nur ein paar Beispiele:

  • –  Was tatsächlich auf den Tisch kommt gleicht dem, was sich ein ‚normal Sterblicher’ unter den jeweiligen Menübeschreibungen vorstellen würde, immer weniger. Küchenqualitätskontrol- len scheint es kaum oder gar nicht mehr zu ge- ben.
  • –  Punktebewertungen für die Arbeit werden, bei gleichbleibenden Leistungen, Verhalten etc., deutlich tiefer angesetzt = noch weniger Ver- dienst.
  • –  Immer mehr persönliche Gegenstände, früher anstandslos erlaubt, werden verboten: U. a. das kleine Taschenmesser mit abgerundeter Klinge, Mini-Schraubenzieher für kleine Repa- raturen von Zellengeräten etc. Schon oft selber erlebt und gehört: Ursprünglich bewilligte Ge- genstände, wurden plötzlich sang- und klanglos einfach aus der Zelle entfernt.
  • –  Während früher auch Laptops erlaubt waren, wurden erst diese verboten, dann wurden die (bezahlten) CD-Beilagen aus den von PC-Be- sitzern abonnierten PC-Zeitschriften entnommen (teils ohne die Besitzer zu informieren), dann wur- den gewisse PC-Spiele verboten, dann Privat- PCs generell (definitiv ab Ende Jahr), dann gab es Miet-PC’s mit mehr und mehr eingeschränk- tem Zugang (zum Beispiel Sperrung der rechten Maustaste, also der Kontextmenüs), dann nur noch solche ohne jegliche Laufwerke (CD, Flop-

py) und schliesslich wurden gar „Solitaire“, Com- puterschach und praktisch alles andere bis auf das MS-OFFICE-Packet gesperrt.

  • –  Zunehmend wurden Zahlungen, wie Telefon- kosten, TV- und PC-Miete etc., und auch Haus- briefkäufe ausschliesslich ab dem Freikonto (‚frei’ verfügbarer Teil des Gefangenenpekuli- ums) bewilligt – sofern überhaupt noch Geld drauf ist. Was immer schwieriger wird, wenn der Arbeitsverdienst kaum oder gar nicht mehr reicht, um nebst dem Taschengeld schon nur die monatlichen Mieten, die AHV-Abzüge, die Telefonkosten, die Fr. 5.– pro Krankheitsfall usw. zu decken.
  • –  Taschengeld-Auszahlung trotz teils massiven Preiserhöhungen gleichbleibend seit Anfang des neuen Jahrtausends.
  • –  Undsoweiter, undsoweiter…Zellen-Grosskontrolle beim Schreiber! Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem Versandtermin dieses Bulletins, mit noch viel Arbeit zu tun… Und – rein zufällig natürlich – just nachdem unsere Be- schwerde der hiesigen Leitung zwecks Stellungnah- me zugestellt wurde……bis zu Inakzeptablem:Feuer unter dem Dach: Ein Gefangener dieser Abteilung (ASP, JVA Pöschwies) legte am ver- gangenen Wochenende Feuer in seiner Zelle im obersten Stockwerk, nachdem er die Türe von innen mit Möbeln verbarrikadiert hatte. Dies ist auch für uns Mitgefangene inakzeptables Verhal- ten!Sehr bedenklich fänden wir indes auch, soll- te sich dieser mehrfach geäusserte Vorwurf be- wahrheiten, dass der als besonders labil, zu- rückgeblieben und leicht reizbar bekannte, schwer drogenkranke 23-Jährige sich durch eine diskriminierende und verletzende Bemerkung seitens eines ‚Betreuers’ zu seiner Tat treiben liess.Ganz besonders verwerflich finden wir letztlich dies: Der Junge wird durch Aufseher und Sicher- heitspersonal rechtzeitig und unverletzt aus dem rauchgefüllten Raum geholt. Soweit so gut; dafür

gebührt den Zuständigen denn auch Anerkennung und Dank. Kurz darauf aber soll er laut überein- stimmenden Bezeugungen einer Reihe von Mitge- fangenen durch einen oder mehrere eben dieser Sicherheitsleute mit Fäusten und Schuhen traktiert worden sein. Nachdem er sich widerstandslos fest- nehmen liess. Und: an Händen und Füssen gefes- selt, festgehalten von nicht weniger als vier Män- nern. Der Junge wurde gewiss direkt in den Bunker verbracht…

Fortsetzung folgt bestimmt!

Druck auf Beschwerde-Unterzeichner: Zuerst wurden die IG-(Mit-)Gründer vom Abteilungsleiter ‚in die Mangel genommen’. Dem Schreiber wurde unterstellt, „das Ganze alleine inszeniert“ und Mit- gefangene „manipuliert“ zu haben. Ihm wurde, als wir alle drei unseren Standpunkt nur bekräftigen wollten, schliesslich ‚ein Maulkorb umgehängt’, um ungestört auf die beiden anderen einreden zu kön- nen (was allerdings auch nicht zum gewünschten Ziel führte).

Seit die durch unseren Rechtsanwalt der Direk- tion eingereichte Beschwerde nun zur Stellungnah-

me an die Abteilung kam, werden systematisch Mitunterzeichner zum Chef gerufen, im allzu offen- sichtlichen Versuch, sie zum „Rückzug ihrer Unter- schrift“ zu bewegen. Dafür scheint auch mehr oder weniger subtiler Druck ausgeübt zu werden.

Dazu sagen wir einstweilen nur: „Unprofes- sionell, Herr Abteilungsleiter!“ – Fortsetzung folgt.

Weiter zum Thema „Unterschlagung von Brief- post?“ aus Bulletin 3 und 4: Auf die höflich, aber bestimmt lautenden Zeilen in einem Schreiben an die Leitung der FPA (Forensisch Psychiatrische Abteilung) wurde bis heute nicht reagiert. Zuerst bat ich, im Spätsommer, um eine Aussprache, in der Hoffnung auf Klärung der Gründe für ‚verschwundene’ Briefpost an und von der FPA. Ich bekam keine. Schliesslich liess ich den erwähnten Brief folgen. Darin kün- digte ich, für den Fall des weiteren Ausbleibens einer Reaktion, rechtliche Schritte an. Offenbar auch vergeblich. Der RA wird nun voraussichtlich eingeschaltet werden.

Fortsetzung folgt… zuverlässig!

BRIEFZITATE

Eine Auswahl aus unserem ersten halben Jahr (alle Briefe wurden und werden beantwortet):Herr W. in L. (Direktor einer Massnahmeanstalt): „Wir haben die Unterlagen aufmerksam studiert und können Ihr Anliegen gut nachvollzie- hen. …möchten wir (die Gefangenen) informieren und auf die Möglichkeit der Mitgliedschaft aufmerksam ma- chen. Deshalb bitte ich Sie um Zustellung von 10 Exemplaren (der IG-Unterlagen)…“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): „…Seit ein paar Ta- gen hängt am Anschlagbrett beim Pavillon ein Blatt von der IG über diverse Rechte und Forderungen. Ich bemerke, dass es von den Insassen gelesen wird.“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): „Viel Kraft und Mut wün- sche ich Ihnen. Aber auch für all diejenigen, die draussen sind und unserer IG beigetreten sind oder noch werden: Anwälte, Presse und Privatpersonen. Jetzt dreht sich das Rad immer schneller und niemand wird es stoppen kön- nen. Dank dem Internet!“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): „Mit diesen paar Zeilen will ich einfach nur gratulieren, es gibt immer mehr posi- tive Echos von diverser Seite hier im Hause… Lasst Euch nicht den Mund verbieten und auch nicht unterdrücken, Ihr seid auf dem richtigen Weg!“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): „Gestern erhielt ich das Rundschreiben mit den … sehr traurigen Infos

über den Tod von A.H. Der ganze Bericht hat mich sehr erschüttert, erschreckt und sehr traurig gemacht. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für dieses unmenschli- che, unwürdige, selbstgefällige Tun …! Und gerade die, die ein Vorbild für uns sein sollten?! Abscheulich!!!
(Der Schreiber erhielt mit diesem Brief eine von vielen Mitge- fangenen der StA. L. unterzeichnete, sehr anmutig und ge- fühlsvoll gestaltete und beschriftete Kondolenzkarte zuhanden der Witwe – an welche wir es umgehend weitergeleitet haben) Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): „Ich danke Euch für den Erhalt des Bulletins, es ist sehr informativ und gut gemacht. Bravo, weiter so! …mit den anderen (Mitgefangenen) über Euch gesprochen und versucht, ihnen zu erklären, was ihr damit versucht. Doch ich habe … nur zu hören bekommen, das ist für die Katz…“

Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): „Nun eine kleine Info für Euch – es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ein Mit- gefangener J.R. wird am 10.12.2011 nach 14 Jahren Haft entlassen, er wurde 1997 zu 5 Monaten Gefängnis … ver- urteilt (und verwahrt). Im 2008 hatte er seine Überprüfung, die Verwahrung wurde in eine Massnahme nach Art. 59 umgewandelt. Nach 6 Monaten hat er die Therapie abge- brochen. Nun hat das Obergericht vom Kanton Zug seine Entlassung angeordnet.“

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): „…- Um sicher zu stel- len, dass ein Täter aufgrund eines fehlerhaften Gutach- tens zu Unrecht verwahrt wird, müssten … zwei vonein- ander unabhängige Gutachten erstellt werden. … – Bei der Prüfung der Verwahrung durch die Fachkommissi- on sollte eine persönliche Anhörung des Täters stattfin- den… (etc.)

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): „Sehr belastend ist für mich auch, dass es mir hier absolut unmöglich ist, sozi- ale Kontakte zu Mitgefangenen zu unterhalten, weil hier praktisch nur Gewalttäter … inhaftiert sind. Ich lasse mich deswegen schon seit 5 Monaten ständig in der un- genügend beheizten und nur 8.6 mkleinen Zelle ein- sperren (keine Arbeit, keine Freizeit, kein Hofgang). … ich bin mittlerweile psychisch ziemlich am Anschlag“.

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): „…Ich bin sehr beein- druckt, mit welchem Enthusiasmus und mit welcher Professionalität du dich für die IG engagierst…“

Herr F.S. in R. (IG-Teilnehmer): „Ich kann dir nur sa- gen, ein grosses Danke und ein grosses Bravissimo für deine Anstrengungen und Realisierungen, für das neue Bulletin etc. … Nur eine Frage: erreichen wir was mit der Zeit?“

Herr R.F. in K. (IG-Teilnehmer) „Ich bin schon seit 11 Jahren in Haft … Ich wurde auch zu lange zu stark medikamentiert, sodass die Medikamente der Auslöser aller Probleme waren. Zudem hielt man mich etwa 5 Jahre in der Isolationshaft. Ich benötige dringend Hil- fe.“

Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): „…doch es ist nicht al- les wie es sein sollte (in einer neuen Abteilung für ältere Ge- fangene), denn wir sind im Gebäude integriert, das als Untersuchungshaft gebaut wurde. Die Zellen sind zwar 12 mgross, doch ansonsten ist es wie in der U-Haft; ein aus Eisen an der Betonwand montiertes Bett, ein Tisch aus einer Holzplatte an der Betonwand fest mon- tiert. … Bis vor zwei Wochen hatten wir noch Plastikbe- steck, nach mehrmaligem ‚Stürmen’ gab es endlich nor- males Besteck…“

Herr D.O. in L. (IG-Teilnehmer): „NICHT AUFGEBEN! … Ich möchte dir auf diesem Weg danke sagen, für

alles was du machst. Ich bitte dich, nicht aufzugeben, Egal ob privat oder mit der IG.“

Herr Y.P. in R. (IG-Teilnehmer) « …Je suis actuellement en FG depuis neuf mois. Je vais bientôt terminer la vingtième année de prison sois déjà deux années de plus…. »

(Übersetzung: Ich bin derzeit seit neun Monaten in der FG [Abt. „Fluchtgefahr“]. Ich werde bald das 20. Jahr Haft been- den, also schon ein Dutzend Jahre mehr [als die Haftstrafe].)

Herr R.O. in R. (IG-Teilnehmer): „…wie ich sehe, läuft et- was für unsere minimal Ansprüche im Knast. Ich kann dir dazu nur gratulieren! Beiliegend meine Anmeldung. … Tja, ich warte immer noch auf meine Verwahrungs- umwandlung. (4 Jahre seit Inkrafttr. des neuen Gesetzes!) Die Verantwortlichen sitzen ja nicht im Knast…!“

Herr R.O. in R. (IG-Teilnehmer): „…Mit Freude lese ich, dass es doch auch Unterstützungsangebote gibt. Ehrlich gesagt, … ich bin inzwischen soweit, dass ich nicht mehr an den Sieg der Vernunft glaube. Zu viel musste und muss ich bis heute erleben und durchleiden! Trotzdem soll man bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben! In die- sem Sinn … wünsche ich dir und uns allen durchschla- genden Erfolg und vor allem Menschlichkeit!“

Herr J.S. in Z. (IG-Teilnehmer – war vor Jahrzehnten in Verwahrung): „…(für) deine Bestrebungen, soweit dies unter den schwierigen Bedingungen möglich ist, einen Interessenverband für Verwahrte zu führen … danke ich dir … (und) für deine Bemühungen um mehr Humanität und Gerechtigkeit für die Aermsten im Strafvollzug: die Verwahrten.“

Herr H.S. in L. (verwahrt, nicht Teilnehmer): (im verg. Oktober) „Bin erstaunt, was dein Einsatz ist. Leider ist der Erfolg nicht unbedingt durchschlagend im Mo- ment. Hier mal einiges: Solange es Anwälte gibt, die Insassen … in falscher Sicherheit wiegen… Solange die Justiz Gutachten in Auftrag gibt, fallen diese immer zugunsten der Justiz aus… (etc.) So. nun wäre ich dir dankbar, wenn du mir kurz den Erhalt dieses Briefes bestätigen könntest, damit ich sicher bin, dass du den Brief auch bekommen hast.

(H.S. erhielt umgehend Antwort mit IG-Unterlagen – bis dato ohne weitere Reaktion)

Herr N.H. in R. (Mitgefangener): „Ich habe teilweise Unterlagen (über „Fair-wahrt?“) an andere Leute hier zum Lesen gegeben. … Nur haben die meisten Angst, sich in irgendeiner Form schriftlich zu äussern … et- was zu unterschreiben … Angst, es könnte gegen sich verwendet werden. Solche Leute hat es viele hier.“

Herr M.N. in R. (Mitgefangener): „Beiliegend stelle ich dir die Anmeldung als Gönner („Fair-wahrt?“) zu und wün-

sche allen Verwahrten eine faire Überprüfung der Haft und faire Wiedererwägung durch die Behörden. … Si- cherlich profitieren mit deiner standhaften Kraft auch andere, die … eine faire Behandlung durch die Behör- den verdienten.“

Frau S.H. in B. (Gönnerin, Witwe des verstorbenen IG- Mitgründers A.H.): „…sehr geehrte Mitgefangene, egal wer und wo… Ich kann es nicht in Worte fassen, was mein Herz … zutiefst bewegt, von Euch soviel Mitgefühl erleben zu dürfen! … Ich wünsche Euch für alles, was noch auf Euch zukommt, die nötige Tragkraft.“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin): „…Vom ersten Moment an ist die IG „Fair-wahrt?“ (bei so viel Perspektivlo- sigkeit) ein echter ‚Stern am Himmel’, eine riesen- grosse Motivation, eine stärkende Gemeinschaft von Gleichgesinnten … ein echter Aufsteller! Darum un- terstützen wir die Arbeit … mit ganzer Überzeugung und so gut wir können.“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin, Verlobte eines IG-Teilneh- mers): „…die Umfrage, an der Sie gerade arbeiten, scheint uns sehr wichtig, …. Super! … Es ermutigt uns, dass Sie und Ihre Kollegen so eifrig und kompetent ‚am Ball’ sind. …Nicht so wie bei einem Grossteil der invol- vierten Gremien und Behörden, wo man jeweils Mona- te, ja Jahre (!) auf Antworten wartet, die dann im End- effekt doch gar keine (verbindlichen) Antworten sind! … Diese Perspektivlosigkeit ist mit den Jahren zermür- bend… Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Energie für alle anstehenden Aufgaben!“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin) : (bez. des unlängst verstor- benen A.H.) „…es sind Informationen, die mich als Mitmensch und Partnerin eines Verwahrten zutiefst (!!!) in der Seele betroffen machen, die ich am liebs- ten in die Welt hinausschreien wollte…“

Pater J.R. in S. (Gefangenenseelsorger): „…die ganze Angelegenheit ‚Verwahrung’ beschäftigt mich schon seit sehr langer Zeit. … meine Anerkennung für Ihre Bemühungen …. Ich wünsche Ihnen viel Mut und Kraft und guten Erfolg für Ihre Unternehmungen, wie ich spüren durfte nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zum Wohle Ihrer Leidensgenossen.“

Pater K.H. in H. (Österreich) (Gefangenenbegleiter): „Ih- nen und dem gesamten Team sehr herzliche Grüsse und meinen Respekt, meine Anerkennung vor Ihrem Tun, dass Sie als Betroffene tätig geworden sind, wo nie- mand wegen eines übersteigerten Sicherheitsdenkens, wegen Verantwortungsscheu und aus politischem Kal- kül positive Akzente zu setzen wagt…“

Pater K.H. in H. (Österreich) (Gefangenenbegleiter):

„Eben habe ich Ihre Aufzeichnungen zum Tod Ihres Mitgefangenen A.H. gelesen und bin erschüttert, über die Gefühllosigkeit im Umgang mit ihm, als einem schwerkranken Menschen seitens des Anstaltsperso- nals, noch mehr aber, dass er nicht wenigstens die letzte Zeit als Schwerkranker in Freiheit bei seiner Frau verbringen konnte. … Welche Gefahr … soll von einem schwerkranken Menschen ausgehen, der auf an- dere angewiesen ist?“

Sekretariat Klosters Einsiedeln: „Abt Martin lässt Sie herzlich grüssen und dankt für Ihren Einsatz für Gerech- tigkeit und Fairness.“

Herr W.T. in M. (Deutschland) (Kämpfer für Minderheiten und Benachteiligte): „Ganz grossartig! …wirklich ein Senk- rechtstart … in schwierigstem Milieu, praktisch aus dem Nichts heraus, eine derart gestaltvolle Initiative…“;

Herr W.T. in M. (Deutschland) (Kämpfer für Minderheiten und Benachteiligte): „Bedrückend, die Details zum Vollzug – Respekt für Ihre präzise, sachliche, unbestechliche Kom- mentierung!“

Herr Prof. A.L. in K. (Holland): „Al het Goede wens ik je, en … succes met ‘Fair-wahrt?’!! Bezig blijven, beschermt tegen de waanzin van het bestaan.”

(Übersetzung: Alles Gute wünsche ich dir, und Erfolg mit „Fair- wahrt?“! Aktiv bleiben! Das schützt vor dem Wahnsinn der Rea- lität.)

Herr J.G. in B. (Deutschland): „…für die IG alles er- denklich Gute, was man überhaupt wünschen kann.“

Frau I.P. in P. (Frankreich) (Gönnerin): „…das (ange- sprochen sind Informationen aus Bulletin 1) geht auf keine Kuhhaut! Man reibt sich die Augen und kann kaum fassen, dass die ‚Bürokratie’ ein so irrationales Vor- gehen beinhalten kann! Weiterhin viel Mut und Aus- dauer zu Eurem heroischen Reformversuch…“

Frau E.B. („Uriella“) in E. (bisher Fr. 300.– an Spenden!): „Gott ist Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit etc., wofür wir kämpfen sollen. Viel Erfolg und Segen! Bravissimo! Mut und Gottvertrauen!“

Frau B.C. in T. (FM-Besucherin eines Mitgefangenen): „Ih- rer Interessengemeinschaft … wünsche ich viel Erfolg. Ich selbst habe acht Jahre lang einen verwahrten Klienten be- sucht und weiss wie ohnmächtig Ihre Situation zum Teil ist. Durch die Initiative … schaffen Sie sicher bei allen Be- troffenen ein wenig Hoffnung.“

Dr. K.E. in L. (Philosoph) „im Übrigen gratuliere ich Ihnen zu Ihrem ‚aufrechten Gang’ …. Mögen Sie mit Ihrer neuen Unternehmung (IG „Fair-wahrt?“) Erfolg haben!“

Dr. U.O. in Z. (Rechtsanwalt): „Ich … bin der Meinung, dass viele Ihrer Anliegen berechtigt sind. Ich habe auch immer wieder Fälle zu bearbeiten, bei denen man zum Vorneherein feststellt, dass die „Politik“ im Spiel ist. … Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg…“

Herr B.R. in Z. (Rechtsanwalt): „Ich bin überzeugt, dass die Interessengemeinschaft für Verwahrte eine ganz wichtige Sache ist!“

Prof. A.D. in Z. (Lehrstuhl für Strafrecht und Strafpro- zessrecht): „…Ich würde es richtig finden, wenn das, was Sie dem eh. Bundesrat Blocher als Zitat* zuschrei- ben (* s. IG-Flyer: „Verwahrte leben natürlich nicht wie Straf- gefangene“), in Tat und Wahrheit Wirklichkeit wäre. Ich wünsche Ihnen und Ihren Mitstreitern alles Gute.“

Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) in Bern: „Ihre Schreiben vom 21. Juni und 17. Juli 2011 haben wir mit grossem Interesse zur Kenntnis ge- nommen. … Die aktive Partizipation in Sachen Men- schenrechte ist für die … NKVF von grosser Bedeu-

tung und wir sind für konkrete Hinweise und Informa- tionen stets dankbar…“

Nationale Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) in Bern: „Wir können die Wichtigkeit Ihres Projektes (IG „Fair-wahrt?“) nur betonen; durch die Lancierung Ihrer Umfrage und die daraus resultie- renden Ergebnisse können sicherlich wertvolle Infor- mationen gewonnen werden…“

Bundesamt für Justiz BJ in Bern (in der Antwort auf un- ser Schreiben mit Bericht an Frau Bundesrätin S. Somma- ruga): „Frau Bundesrätin Sommaruga hat uns mit der Beantwortung Ihres Schreibens beauftragt. Wir möchten Ihnen unser aufrichtiges Beileid zum Hin- schied Ihres Kollegen ausdrücken. … weshalb Sie eine Untersuchung des Falles wünschen. Eine solche Untersuchung liegt jedoch nicht im Zuständigkeitsbe- reich des Bundes. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre Beschwerde an die Anstaltsdirektion zu richten…“

***

Alle Namen und Adressen sind uns bekannt. Wenn Sie jemandem persönlich schreiben möchten – vielleicht möchten Sie jemanden darunter kennenlernen, vielleicht wissen Sie für einen Mitgefangenen einen Rat, können etwas Licht in sein Dasein bringen, oder es liegen Ihnen Fragen auf der Zunge – dann senden Sie Ihren Brief an uns und bezeichnen die Initialen des Zielempfängers. Wir leiten es gerne weiter. Die betreffende Person kann Ih- nen dann direkt antworten, wenn sie es wünscht und wenn Sie Ihren Absender angeben.

ADRESSEN

Adressen Inland:

Frei Andreas, Dr. med. Luzernische Psychiatrie Forensische Dienste
Voltastrasse 42, 6005 Luzern

Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Militärstrasse 36, 8090 Zürich

Bundesamt für Justiz, Bundesrain 20, 3003 Bern

Denise Graf – Menschenrechtsarbeit zur Schweiz / Travail sur les droits humains en Suisse
Amnesty International, Section Suisse, 3001 Bern Telefon (mo, di, mi, do 09:00-17:00 h): 031-307 22 20 (dgraf@amnesty.ch)

Menschenrechtsverein augenauf:
augenauf Basel
Postfach, 4005 Basel
Telefon: 061-681 52 22 (basel@augenauf.ch)

augenauf Zürich
Postfach, 8026 Zürich
Telefon: 044-241 11 77 (zuerich@augenauf.ch)

augenauf Bern
Quartiergasse 17, 3013 Bern
Telefon: 031-332 02 35 (bern@augenauf.ch)

Uni Basel – Institut für Soziologie, L. Seglias / M. Leuenberger Petersgraben 27, 4051 Basel

Tages Anzeiger, Redaktion Hr. Mathias Ninck Werdstrasse 21, Postfach, 8021 Zürich Telefon: 044-248 44 11

Beobachter, der schweizerische, Verlag und Redaktion, Jean Frey AG, Förrlibuckstr. 70, Postfach, 8021 Zürich Telefon: 043-444 52 52

Surprise Strassenmagazin, Red. Hr. Lukas Kundert Spalentorweg 20, 4003 Basel
Telefon: 061-281 04 17, Mobil: 079-636 46 12

Schweizer-Fernsehen, Fernsehstrasse 1-4, 8052 Zürich Telefon: 043-305 66 11

Selezione (kritische Medienberichte) Casella postale 103, 6853 Ligornetto
(www.selezione.ch)

Fachstelle Bildung im Strafvollzug (BiSt) Telefon: 041-240 78 68
Zentrum Selbsthilfe
Feldbergstrasse 55, 4057 Basel

FachstellevitminB
Gasometerstrasse 9, 8005 Zürich
Telefon: 043-266 00 11 (camonovo@vitaminB.ch, www.vitaminB.ch)

Verein Geraubte Kindheit, Frau Jacqueline Häusler Brauerstrasse 60, 8004 Zürich
Telefon: 044 – 241 10 86 (geraubte-kindheit@bluewin.ch)

Pro Mente Sana
Hardturmstrasse 261, 8031 Zürich

Reform 91
Zürcherstrasse 228, 8500 Frauenfeld Telefon: 052-722 10 30

Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter Hr. lic. iur. Hanspeter Thür
Feldeggweg 1, 3005 Bern
Adressen Ausland:

Frau Dr. Grischa Merkel Universität Rostock Juristische Fakultät – Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und strafrechtliche Nebengebiete Möllner Strasse 12, D-18109 Rostock, Deutschland 0049-381-498 8314 (grischa.merkel@uni-rostock.de)

Schwarzes Kreuz – Christliche Straffälligenhilfe e.V. Jägerstrasse 25a, D-29221 Celle, Deutschland Telefon: 0049-5141-94616-0 (info@schwarzes-kreuz.de; www.schwarzes-kreuz.de)

Evang. Konferenz für Gefängnisseelsorge Deutschland Herrenhäuser Str. 12, D-30419 Hannover, Deutschland Telefon: 0049-511-279 6403 (ekgsid@t-online.de)

Diakonie in Niedersachsen
Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V. Kastanienallee 9-11, D-26121 Oldenburg, Deutschland Telefon: 0049-441-21001-0 (LV@diakonie-ol.de)

Institut für Theologie und Politik
Friedrich-Ebert-Strasse 7, D-48153 Münster, Deutschland Telefon: 0049-251-524 738 (itpol@muenster.de)

Aks e.V. – Prof. Dr. H. Koch
Postfach 1268, D-48002 Münster
Telefon: 0049-251-490 2835 (info@aks-ev.net)

Pater Karl Helmreich, Gefangenenbetreuung
Anton Kellergasse 1 /2 / 1, A-2552 Hirtenberg, Österreich Telefon: 0043-664-734 56 120 (helmreich.karl@aon.at)

Verein „Soziale Gerichtshilfe“
Wickenburggasse 18-22, A-1080 Wien, Österreich

„’s Häferl“, die etwas andere Hilfe – Selbsthilfegruppe für Haftent- lassene und Freigänger
Hornbostelgasse 6, A-1060 Wien, Österreich
Telefon: 0043-1-597 40 80

Sekretariat des CPT
(Europ. Konvention zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe)
Europarat, F-67075 Strasbourg Cedex, Frankreich
Telefon: 0033-3-88 41 39 39

EMRG:
Kanzler des Europ. Gerichtshofs für Menschenrechte Europarat, F-67075 Strasbourg Cedex, Frankreich

ANNONCEN

In eigener Sache:

Dieses Bulletin erscheint sporadisch und ohne Gewähr auf Kontinuität!

Handlungen im Namen der IG, müssen von uns vorgängig autorisiert sein! Wir bitten um Verständnis; wir können die Verantwortung nur für unser eigenes Handeln übernehmen!

Annoncen und Beiträge bitte sachlich und kurz halten (keine Garantie für Verwendung). Kurze Annoncen sind für Teilneh- mende/Gönner kostenlos, hier veröffentlichte Beiträge kön- nen nicht mit Geld honoriert werden. Auch auf unserer Homepage könnt Ihr Annoncen oder von uns genehmigte ei- gene Beiträge veröffentlichen lassen! Blogeinträge hingegen sind in der alleinigen Verantwortung des Schreibers oder der Schreiberin. Wer früher schon etwas veröffentlichte (Buch,

Artikel, Diskussionspapiere etc), kann – auf Antrag – auf un- serer Homepage darauf hinweisen oder es u. U. auch zum Herunterladen veröffentlichen oder mittels Link darauf ver- weisen lassen! Bitte fragt uns nach den Bedingungen.

Chiffre-Inserate: Es können auch Chiffre-Inserate veröffent- licht werden (etwa zwecks Bekanntschaften mit anderen Verwahrten) Einfach im Brief an uns mit dem gewünschten (kurzen!) Inserattext erwähnen, dass statt des Namens und Absenders des Inserenten, eine Chiffre verwendet werden soll. Das Inserat wird dann hier nur mit der Chiffre-Nummer und uns als Kontakt-Adresse erscheinen. Allfällige Antwor- ten werden dann von uns an den oder die Inserierende(n) weitergeleitet.

Geldmittel: Wir benötigen dringend Mittel zur Deckung von Un- kosten! Spenden von Aussenstehenden sind willkommen. Post- checkkontoNr: 85-156 159-0; Überweisungen bitte mit Vermerk: „für IG-Fair-wahrt“!

Wir brauchen Namen und Adressen von Verwahrten die ev. an uns interessiert sind und von möglichen Gönnern und Sponsoren!

Druck-Sponsoring gesucht für unsere Drucksachen, oder für Verbrauchsmaterial für unseren Farblaser-Drucker (der sich hier in der JVA Pöschwies, bei mir auf der Zelle befindet, wo dieses Bulletin entsteht)! Wir helfen dafür gerne, Ihre Eigenwer- bung zu verbreiten – hierin und auf unserer Homepage! (ww- w.fair-wahrt.ch oder www.verwahrung.ch) Bitte schreiben Sie an: sh dort!

Dies betrifft Angehörige und Freund/-innen von Verwahrten:

Nun können auch Sie sich organisieren! Im Aufbau: Interes- sengemeinschaft für Angehörige und Freunde/ Freundinnen von Verwahrten, Massnahmegefangene auf unbestimmte Zeit, Menschen in einer geschlossenen psychiatrischen Insti- tution. Schon jetzt erfahren die InitiantInnen Unterstützung von prominenter Seite! Solidarität wird ab sofort gross ge- schrieben! (Siehe auch Frontseite dieses Bulletins). Einstweili- ger Kontakt: Frau Marion Mansour, m.mansour@gmx.ch , oder per Brief an uns von der IG: Beat Meier, Roosstrasse 49, 8105 Regensdorf!

Diverse Anzeigen:

Gesucht werden laufend liebe Mitmenschen mit dem Herz am rechten Fleck, um einsame Verwahrte oder andere Ge- fangene mit Briefen, ev. Besuchen, und guten Gedanken zu begleiten. Helfen Sie mit, Verzweiflung, oder gar Verbitte- rung zu lindern; Sie leisten nicht nur Hilfe einem Menschen in Not, sondern damit indirekt auch einen wertvollen Dienst an der Gesellschaft!

Wer wuchs in Kinderheimen und/oder als Verdingkind auf? Hunderttausende! Ich auch! Du? Selber verwahrt und in Haft seit anfangs 1993 suche ich Leidensgenoss/innen. Für mich ganz besonders interessant wenn Du Erfahrungen in einem der folgenden Heime hinter dir hast: Kinderheim Kloster Schüpfheim (LU), Bethlehem Wangen b. Olten (SO), St. Georg Bad Knutwil (LU), Schloss Erlach (BE), Platanen- hof Oberuzwil (SG), Albisbrunn Hausen am Albis (ZH). Bitte schreibt mir an: IG-„Fair-wahrt?“, c/o Beat Meier, „Chif- fre 0001“, Roosstrasse 49, CH-8105 Regensdorf.

Brücken gibt es überall – wir müssen sie nur benutzen…

*** Wir bitten um Spenden, um die IG weiter betreiben zu können! * * *

Postkonto: 85-593775-8
IBAN: CH48 0900 0000 8559 3775 8
Fair-wahrt? c/o Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg
BIC: POFICHBEXXX 

Herzlichen Dank!