Bulletin 5

December 16, 2011

Die IG „Fair-wahrt?“ wĂŒnscht eine friedliche
und in uns Allen die Hoffnung stÀrkende Weihnachten
und
ein glĂŒckbringendes neues Jahr

Ein 2012, das uns Allen mehr Lebensfreude, mehr Gerechtigkeit und vor allem mehr Freiheit bringt! AUFRUF!

Aufruf!

An alle Angehörigen und Freunde/Freundinnen
von verwahrten, unter einer Massnahme auf unbestimmte Zeit inhaftierten oder in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung festgehaltenen Mitmenschen.

Nun können auch Sie sich organisieren!
Eine Interessengemeinschaft ist derzeit im Aufbau fĂŒr Angehörige und Freunde/ Freundinnen von Verwahrten/Massnahme-Inhaftierten sowie in psychiatrischen Institutionen Festgehaltenen – schon jetzt unterstĂŒtzt von prominenter Seite! SOLIDARITÄT wird ab sofort gross geschrieben! Direkter Kontakt bei:
Frau Marion Mansour, m.mansour@gmx.ch
Oder schriftlich ĂŒber:

IG „Fair-Wahrt?“
c/o

Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg

Meine Meinung

Seine Stimme bebt vor Aufregung. „HĂ€ii du! HĂ€i nomal!“ hĂ€ngt er immer wieder seinen schwer ver- stĂ€ndlichen, empörten Worten hintenan, als er mir sein Leid klagen will. Der Mann mit dem ewig treuher- zigen LĂ€cheln, welches jetzt wieder einmal etwas ge- quĂ€lt wirkt – gerĂ€t bei innerer Erregung leicht in ein gepresstes, atemloses Stottern. „Er dörf-ich nid!“ jetzt war’s deutlicher. „Er dörf-ich nid! HĂ€ii-Ă€i-Ă€i!“ M. ist 56 – jedenfalls hat er mir diese Zahl mal mit dem Finger an die Wand gezeichnet. Schlohweisses Haar, dem Ă€usserlichen Eindruck nach eher ein Mitte- 60er, das treuherzige GemĂŒt etwa eines 8JĂ€hrigen. Gut möglich, dass er mir eigentlich eine 65 an die Wand malen wollte. Ich verstand schliesslich soviel: M. war vom Betreuer erwischt worden, als er mit seinem Vor- mund telefonierte. Die Kabine steht direkt vor dem Werkraum. Kurz zuvor hatte darin B., ein Arbeitskolle- ge, scheint’s lĂ€ngere Zeit telefoniert – wie schon oft, auch wĂ€hrend der Arbeitszeit. Wie schon oft auch unter den Augen des Werkmeisters. „Er dörf-ich nid! HĂ€ii!“. „Und- und
, ich muss immer schaffe du – immer schaffe, ha-han Ruggeweh du, er nid. Und er muss nid schaffe-ich muess! HĂ€i nomol!“ Einfach aus der Kabine gezogen hĂ€tte ihn der Chef, erklĂ€rte mir M. dann am Abend, bei einem per- sönlichen GesprĂ€ch zu dem Vorfall. Dabei hĂ€tte er doch unbedingt mit seinem Vormund telefonieren mĂŒs- sen. Der kĂ€me nĂ€mlich am nĂ€chsten Freitag! Aber mit dem Abeitsbetreuer, „nĂ€i-nĂ€i!“, mit dem Chef hĂ€tte er schon wieder „Fride gmacht“, entgegnet er mir, als ich ihm sage, er dĂŒrfe es diesem ruhig sagen, wenn er sich nicht gerecht behandelt fĂŒhle. „NĂ€i-nĂ€i! SĂŒsch macht er Rapport, du! WĂ€isch!“ Nun ist sein LĂ€cheln wieder die pure Treuherzigkeit. B., „dem Chef sein Liebling“, wie allenthalben ge- munkelt wird, „darf“ vieles, was andere nicht dĂŒrfen, weil sie Schelte, KĂŒrzung des (Ă€usserst kargen) Arbeits- geldes oder einen Rapport befĂŒrchten mĂŒssen. B. „darf“ zum Beispiel die Arbeit ohne Folgen auch sonst meist problemlos verlassen, wenn er Lust hat. Öfters

schaut er, bequem sitzend in einem der Plastiksessel im Hinterhof, dem Betreuer zu und plaudert gemĂŒtlich auf ihn ein, wĂ€hrend dieser fĂŒr ihn den Holzblock schleift oder sonst eine B. zugeteilte Arbeit fĂŒr ihn macht. B. der „Liebling“, der alles „dörf“. B., 23, ist ein schlaues Kerlchen, ein gekonnter Manipulator. Aber auch er gehörte wohl kaum hier- her; im Grunde, ebenso wie M., Opfer von Behörden und/oder Verwaltungen ohne Augenmass, ohne den geringsten Zugang zu den verletzten Seelen jener, ĂŒber welche sie entscheiden. Heute kaum viel anders als zu Zeiten der Zwangsversorgten, Zwangssterili- sierten, Entrechteten, Verdingkindern und in Heimen Ausgebeuteten. B. ist wie die junge ‚Version’ von M. Er zittert wie ein Greis; Nebenwirkungen der starken Medikamente, glaub’s. Wie wohl auch sein schwam- miges Gesicht. B. war frĂŒher in der Psychoklinik, da, wo er nicht sein wollte, wochenlang ans Bett gefesselt worden, bis er schliesslich ausrastete und bei der ers- ten Gelegenheit einen Pfleger angriff. Jetzt sitzt er schon lange in dieser Abteilung der Strafanstalt Pöschwies und wartet auf die scheinbar nie kommen wollende Gerichtsverhandlung. B. war also gewalttĂ€- tig und wĂ€re es heute vielleicht weiterhin, ohne die stĂ€ndigen starken Medis. Vielleicht, weil er es nicht ertrĂ€gt, abwertend behandelt zu werden. Und weil er nicht endlos in einem Zuchthaus sein möchte
 Sieht so ein „humaner Strafvollzug“ aus? Ver- wahrte, Gewaltverbrecher, Drogenkriminelle, SchwerstsĂŒchtige, Sexualmörder, PensionĂ€re, Untersu- chungshĂ€ftlinge, Unschuldige, ZurĂŒckgebliebene, Kranke und Behinderte – Kraut und RĂŒben durchein- ander. Ungleichbehandlungen wĂ€ren da ja wohl tat- sĂ€chlich angebracht, könnte man mit Fug und Recht fordern. Aber dann doch angemessen an Einzelfall und Situation, und nicht nach dem Gusto gewisser ‚Betreuer’! Sonst wird es höchste Zeit, solchen Betreuern eine Betreuung zur Seite zu stellen


Dies ist an die GeschĂ€digten gerichtet – aber auch an die ‚Steinewerfer’


und an jene unserer Teilnehmer, die’s betrifft! Es wurde dem Schreiber unlĂ€ngst vorgeworfen, bisher in sei- nen „Fair-wahrt?“-Schriften „kein Wort des Bedauerns fĂŒr, oder der Einsicht in die den Opfern zugefĂŒgten Leiden“ ge- schrieben zu haben, sondern sich einzig um das Wohl aus- gerechnet jener zu kĂŒmmern, welche eben diese Opfer auf dem Gewissen hĂ€tten. Dieser Vorwurf ist an sich berechtigt und ich muss ihn zunĂ€chst einmal so akzeptieren. Es wĂ€re unserer Interes- sengemeinschaft tatsĂ€chlich gut angestanden, wenn wir dies getan hĂ€tten und zwar gleich von Anfang an! Wohl drĂ€ngten sich hierzu gewisse Rechtfertigungen auf: Verwahrte haben in der Regel lĂ€ngst fĂŒr begangene Taten gesĂŒhnt. Sie verbĂŒssen also keine Strafe fĂŒr ein Verbrechen (mehr) und sicherlich haben viele auch Wiedergutmachung geleistet, die Tat bereut, vielleicht, soweit möglich, bei Ge- schĂ€digten und/oder Angehörigen um Entschuldigung gebe- ten. Verwahrte werden also einzig aufgrund einer bei ihnen angenommenen weiteren Gefahr vorsorglich in Haft behal- ten. Und aus Sicht unserer Interessengemeinschaft: So we- nig wie es Ziel und Aufgabe der (unzĂ€hligen) Opferschutzin- stitutionen ist, sich fĂŒr die Belange der Verursacher der Op- fer, sprich: fĂŒr die TĂ€ter einzusetzen, so kann es auch nicht unbedingte Aufgabe der (bisher einzigen) Interessengemein- schaft fĂŒr Verwahrte sein, zum Hauptfokus ihrer Anliegen das Leid der von IG-Teilnehmern im einzelnen verursachten Op- fer zu machen. Ich will dennoch nun das VersĂ€umte nachzuholen versuchen. Auch wenn dies so einfach nicht ist. ZunĂ€chst ist meine Legi- mitation hierfĂŒr eingeschrĂ€nkt. GrundsĂ€tzlich kann ich nur so- weit fĂŒr Teilnehmer unserer Interessengemeinschaft spre- chen, wie ich mit meinem Gewissen davon ausgehen kann, damit ihren Interessen zu dienen (dazu habe ich mich mit der GrĂŒndung unserer IG verpflichtet). Im konkreten Fall gibt es fĂŒr mich diesbezĂŒglich allerdings keine Zweifel; GrundsĂ€tzli- ches MitgefĂŒhl und Bedauern fĂŒr seelisch und/oder physisch GeschĂ€digte von Straftaten gleich welcher Art dĂŒrften wohl immer im Interesse aller Beteiligten sein. Auf der einen Seite gewiss etwas Balsam auf noch offene oder noch unverges- sene Wunden, und auf der anderen zumindest ein kleiner Beitrag zu Absolution und Seelenfrieden.

Unsere IG ist indes ein Sammelsurium unterschied- lichster Menschen. „Wir“ sind nicht ‚einfach’ lauter „blutrĂŒns- tige Mörder“, „brutale Vergewaltiger“, oder gar „Monster in Menschengestalt“, wie es die Boulevardpresse, wie es u. a. Sprecher gewisser politischer Parteien das Volk glauben machen wollen – bei Weitem nicht. Und selbst die wohl recht Wenigen, auf die man/frau ein solches Klischee viel- leicht noch am ehesten anzuwenden sich bemĂŒssigt fĂŒhlt; wie viel wissen wir tatsĂ€chlich ĂŒber sie? Wie viel mehr, als aus Skandalpresse-Schlagzeilen? Wer von den allzu zahl- reichen ‚Steinewerfern’ hat schon nur einen Blick in deren Verfahrensakten werfen können? Wer weiss, welche See- lenwunden, oder vielleicht welche neurologischen Defekte ihre „HĂ€nde“ im Spiel hatten? Wer kann wirklich sicher von sich sagen, ob er oder sie unter den gleichen UmstĂ€nden und Voraussetzungen wirklich nicht auch zum Verbrecher oder zur Verbrecherin geworden wĂ€re? Es liegt mir fern, da- mit irgendetwas entschuldigen oder beschönigen zu wollen. Doch schaden tun solche Gesichtspunkte einem ‚Steine- werfer’ wohl auch nicht – nicht einmal dann, wenn er von sich glaubt, ohne SĂŒnde zu sein
 Von einem 71jĂ€hrigen Verwahrten derweil, der sei- nerzeit wegen „Drohung“ 7 Monate kassierte, ĂŒber den aber gleichzeitig „vorsorgliche“ Sicherheitsverwahrung an- geordnet wurde und der seither schon 14 Jahre hinter Git- tern schmort – unter gleichen Haftbedingungen wie eben die wenigen oben erwĂ€hnten auch; bei einem solchen Menschen dĂŒrfte es wohl mittlerweile schwer sein, ihn zu einer Entschuldigung fĂŒr „die Opfer seiner Straftat“ zu mo- tivieren (wenn es ĂŒberhaupt ein konkretes Opfer gab). An Stammtischen landauf, landab fallen oft wohl gar fĂŒrchterli- che Drohworte. Kaum wird da wohl hernach etwas getan fĂŒr Wiedergutmachung. Dasselbe dĂŒrfte auch fĂŒr den Fahrer im angetrunke- nen Zustand gelten, der – ohne jemanden verletzt zu ha- ben – erst jetzt nach 10 Jahren Verwahrung auf Veranlas- sung des Bundesgerichts auf freien Fuss gesetzt wird. Oder auf jene Verwahrten, welche hier und in anderen ‚ZuchthĂ€usern’ letztlich einzig aufgrund geistiger/seeli- scher Defekte auf unbestimmte Zeit hinter Gitter bleiben, bei denen die Psychiatrie ĂŒberfordert ist oder weil „aus Ka- pazitĂ€tsgrĂŒnden“ keine andere Lösung gefunden wurde; wel- che Opfer sollten diese denn um Verzeihung bitten? Oder

hier und an dieser Stelle: welches Recht hĂ€tte ich, stellver- tretend und pauschal auch fĂŒr diese ‚Art’ von Verwahrten jemanden um Verzeihung zu bitten? Gewiss, manch ei- nem unter uns wĂŒrde dies nach wie vor mehr als nur gut anstehen und wĂŒrde wohl auch manch einem Verbre- chensopfer eine Hilfe bei der Verarbeitung bedeuten. Es liegt aber in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Und – nebst einer unbekannten weiteren Zahl von nicht so einfach in die „Monster-Schublade“ passenden Teilnehmern unserer IG – es gibt letztlich noch die ebenso unbekannte Zahl von zu Unrecht Verwahrten. Sei dies, weil das Gutachten ĂŒber sie fehlerhaft und damit die Pro- gnose möglicherweise falsch war (siehe Bulletin 3 S.6: „bis zu 80% sogenannte false positives“, also vier von fĂŒnf zu Unrecht verwahrt!), oder sei es weil sie gar aufgrund feh- lerhafter Strafuntersuchung und konsequenterweise zu- weilen auch Urteilen völlig unschuldig in die Sackgasse ei- ner Verwahrung gerieten: wer nicht gestĂ€ndig ist, gilt heute geradezu ‚automatisch’ als „uneinsichtig“ und „untherapier- bar“, etwas, das heutzutage der sicherste Weg in die Ver- wahrung bedeutet! Wenn man sich also auch dessen be- wusst ist (und nur wer blind an die absolut unfehlbare Jus- tiz glaubt ist sich dies nicht), wie könnte man von solchen Menschen „Reue“ (fĂŒr welche Straftaten?) und die an die Opfer (an welche Opfer?) gerichtete Bitte um Vergebung abverlangen?

Nein, so schwarz-weiss ist die Welt bekanntlich nicht und das gilt eben auch fĂŒr die Welt der in der Schweiz ver- wahrten oder in einer anderen, zeitlich unbegrenzten Mass- nahme inhaftierten Menschen. Ich kann also, beim besten Willen und grösster Anerkennung des Leides der Opfer von schweren Straftaten, hier keine, die Teilnehmer unserer In- teressengemeinschaft pauschal vertretende Bitte um Ver- gebung aussprechen. DafĂŒr ist und bleibt jeder einzelne, den dies betrifft, selber verantwortlich. Ich bliebe im Grunde also eigentlich gezwungenermassen eingeschrĂ€nkt auf den Ausdruck tiefsten Bedauerns und des MitgefĂŒhls fĂŒr alle Opfer von Straftaten gleich welcher Art, das ich auf jeden Fall hiermit bekrĂ€ftigen möchte. Ich kann aber eines, und will dies auch sehr aufrichtig tun: Stellvertretend fĂŒr all jene Teilnehmer unserer Inter- essengemeinschaft, welche dies wĂŒnschen und welche es nicht schon selber getan haben, stellvertretend fĂŒr all jene, welche diese meine Aussage fĂŒr sich so gutheissen können, sie unterstĂŒtzen, sie mitzutragen bereit sind oder sie zumindest billigen, namens all dieser und insbeson- dere auch namens jener, welche dies eigentlich selber tun möchten, denen jedoch dafĂŒr der Mut, oder sonst wie die Möglichkeit fehlt
; fĂŒr all diese unserer Teilnehmer bitte ich hiermit diejenigen Mitmenschen, welche in ir- gendwelcher Art, direkt oder indirekt Opfer von Straftaten durch Teilnehmer unserer Interessengemeinschaft wur- den, in Demut und von Herzen um Verzeihung!

Interne Informationen

Bisher:

Spenden: Aus den letzten beiden Postkonto-Aus- zĂŒgen gingen folgende neuen SpendeneingĂ€nge hervor: im Oktober:

Fr. 5.– von einem Teilnehmer (in Briefmarken)

Fr. 500.– von einer Gönnerin Im November:

Fr. 50.– von einem Teilnehmer

Fr. 200.– von einem kirchl. Gefangenenbegleiter

Fr. 200.– von einer Gönnerin

Fr. 500.– von einem Gönner

Fr. 150.– von einem Teilnehmer

Wir danken den Spendern und Spenderinnen hiermit ganz herzlich! Ihre Spenden werden respekt- und verantwor- tungsvoll eingesetzt!

Trotz dieses sehr erfreulichen und willkomme- nen Anstiegs der Spenden im vergangenen Monat ĂŒbersteigen die bis dato Betriebskosten die Spen- deneinnahmen noch immer. Wir bitten daher wei- terhin um Ihre UnterstĂŒtzung, damit wir unsere IG und damit unsere berechtigten Anliegen in der Ge- sellschaft weiter bekannt machen und uns fĂŒr deren Realisierung noch stĂ€rker einsetzen können.

Der Rechtsanwalt aus ZĂŒrich von welchem im den Bulletins 3 und 4 die Rede war, hat dem Schreiber einen weiteren Besuch abgestattet und ist inzwischen schon mehrfach tĂ€tig gewor- den.

Eigentlich hĂ€tten wir hier einen Beitrag dazu vorgesehen. Leider geriet der Schreiber mit den Vorarbeiten fĂŒr das Bulletin in argen Verzug. Nebst gesundheitlichen RĂŒckschlĂ€gen und da- mit zusammenhĂ€ngender reduzierter Leistungs- fĂ€higkeit haben auch diverse Ereignisse Zeit- verlust gebracht. BeitrĂ€ge ĂŒber den Rechtsanwalt mĂŒssen von ihm vorgĂ€ngig gutgeheissen werden. Nun wurde die Zeit letztlich zu knapp, um den ge- planten Beitrag ihm noch vorab zuzustellen und seine RĂŒckkoppelung rechtzeitig zu erhalten.

Homepage:
(www.fair-wahrt.ch / www.verwahrung.ch)
Statistik des ersten halben Betriebsjahres:

MonatKBytesVisitsFilesHits
Jun.125’0031433’1984’754
Jul.256’8116269’83916’965
Aug.70’4234724’7556’600
Sept.83’1074944’3637’274
Okt234’7068549’55016’901
Nov.498’2341’37719’64942’058

Kbytes: Grösse des gesamten Datenverkehrs

Visits: Anzahl ‚neue’ Homepagebesuche

Files: Anzahl aktive Zugriffe (z.B. Downloads)

Hits: Gesamtanzahl Zugriffe auf die Seite

Unsere Homepage ist eine Erfolgsstory! Dies be- sonders, wenn man bedenkt, mit welchem ‚Gegen- wind’ eine Gruppe wie die unserige gerade heutzu- tage zu kĂ€mpfen hat. Homepagebesuche und Sei- tenaufrufe fast verzehnfacht! Langsam aber sicher wird der Grundstein gelegt fĂŒr eine echte Lobby fĂŒr uns! (Siehe auch hier folgend) Facebook: Unser Facebook-Konto mit dem Namen „Fair Wahrt“ macht, so scheint es, ebenso steile Karriere: gemĂ€ss AuskĂŒnften des Betreibers (der-

selbe wie fĂŒr die Homepage: FUCHUR) haben sich mittlerweile schon an die 150 Menschen als „Freunde“ eintragen lassen. Besonders erfreulich daran: ein erstaunlich grosser Teil prominente Per- sönlichkeiten: ParteiprĂ€sidenten, NationalrĂ€te, Fernsehmoderatoren
 Diskussions-Blog: Weniger Begeisterung scheint der Blog auf unserer Homepage beim Publikum auszulösen. Bisher hat sich noch niemand dazu ĂŒberwunden, dort seine/ihre Meinung zu schrei- ben, eine Diskussion loszutreten, VorschlĂ€ge oder konstruktive Kritik anzubringen (dĂŒrfte auch anonym sein!). Die positive Seite der Medaille: keinerlei Hetz- und LĂ€sterbriefe (wirklich nicht; FUCHUR versichert mir, dass wir – erfreulicher- weise – von solchen, sonst bei diesem Thema sich rasch zu Worte meldenden destruktiven Sei- ten verschont blieben). Er selber fĂŒllt die LĂŒcken dafĂŒr mit immer wieder neuen, wertvollen und wohldurchdach- ten BeitrĂ€gen zu aktuellen Themen und bringt im Blog – nebst der Rubrik mit den zum Down- load bereitgestellten Bulletins – auch besonde- re Neuigkeiten aus unserer Warte. Bei dieser Gelegenheit möchten wir ihm – und gewiss dĂŒr- fen wir das auch im Namen aller unserer Teil- nehmer – einen ganz grossen Dank ausspre- chen! (Siehe weiter unten: „Die Blogistik“) Teilnehmer/Gönner: Wir wachsen weiter: Nach heutigem Stand (14.12.) zĂ€hlt unsere Interessen- gemeinschaft 25 Gönner und Gönnerinnen und 30 Teilnehmende (Verwahrte/Massnahmege- fangene), total also 55 Personen. MitberĂŒcksichtigt dabei ist ein Wiedereintritt ei- nes der GrĂŒndungsteilnehmer, welcher im Verlau- fe des Sommers aufgrund von Druck von dritten Seiten ausgetreten war. Herzlich willkommen zurĂŒck!

DIE „BLOGISTIK“:

In dieser Rubrik werden fĂŒr Teilnehmer ohne Webzu- gang AuszĂŒge aus unserem Website-Blog und Kom- mentare unseres Webmasters „Fuchur“ veröffentlicht.

Wir können hier leider nicht die gesamten Blog-Artikel und – Kommentare wiedergeben. Doch fĂŒr dieses Jahresende- Bulletin und nachdem es in der Nr. 4 aufgrund einer techni- schen Panne gar keine BlogeintrĂ€ge gab, hier nun ein et- was ergiebigerer Einblick, in die (aus Platznot hier zumeist stark gekĂŒrzten) jĂŒngsten BeitrĂ€ge unseres „Schutzdra-chens“ FUCHUR. Eine Auswahl:

TAG DER MENSCHENRECHTE
FUCHUR in ‚FUCHUR’s Kolumne’ – 10.12.2011
Am heutigen Tag der Menschenrechte wird besonders auf alle die Un-Rechte hingewiesen, die Menschen ĂŒberall auf der Welt erleiden mĂŒssen.

An was denken wir aber spontan beim Begriff „Menschen- recht“?

Wohl vor allem an das Unrecht, das Menschen in unde- mokratisch regierten LĂ€ndern erleiden mĂŒssen, an die staatlich gelenkte Gewalt gegen aufmĂŒpfige unzufriedene BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

Doch wer denkt daran, dass statistisch erwiesen, internati- onal – also auch in der Schweiz – 6 von 7 Verwahrten nie mehr rĂŒckfĂ€llig wĂŒrden, könnten sie wieder in Freiheit le- ben? (
) Tag der Menschenrechte 
 so viel Unrecht allein in unserem Lande
!

Bemerkung fĂŒr diejenigen, die glauben, es werde zu viel fĂŒr (ehemalige) „TĂ€ter“ und zu wenig fĂŒr ihre „Opfer“ getan: Das eine schliesst das andere nicht aus. Wer Beweise ei- ner einseitigen „TĂ€ter“-Bevorzugung liefern kann, ist herz- lich eingeladen, diese hier zu dokumentieren. Hier ist der Focus auf „Verwahrung“ und deren realen DurchfĂŒhrung gerichtet, an anderen Orten auf anderes, ebenso Wichtiges und vielleicht ebenso Bedenkliches
!

Als Pflegefall im GefÀngnis
FUCHUR in ‚FUCHURs Kolumne’ – 07.12.2011
„Die Anstalten sind auf alte und gebrechliche Inhaftierte nur unzureichend vorbereitet“ – Bericht in der NZZ.

Ziemlich verdeckt innerhalb der ausfĂŒhrlichen Berichterstattung kommt der „Fall A.H.“ zur Sprache:

„Der Fall eines an Krebs erkrankten Verwahrten in der An- stalt Pöschwies fĂŒhrt die Problematik exemplarisch vor Au- gen. Da er im Rollstuhl sass und dreimal tĂ€glich zum Arzt musste, war er auf Pflege angewiesen. Vor einigen Jahren habe man solch schwer erkrankte Gefangene, auch Ver- wahrte, noch in offene Einrichtungen ĂŒberweisen können, erzĂ€hlt Graf. So durfte etwa ein an Leberkrebs erkrankter HĂ€ftling die letzten Tage seines Lebens im Lighthouse ver- bringen. Eine solche Handhabe sei heute kaum mehr mög- lich.“ (
)

Warum wurde Direktor Graf nicht mit den skandalösen Ge- schehnissen konfrontiert, die sich in „seiner“ Anstalt im Zu- sammenhang mit dem „Fall A.H.“ abspielten und diesem keine Überlebenschancen mehr liessen?

Warum werden solch todbringende Unterlassungen nicht auch von den Medien als Offizialdelikte angeprangert und eine lĂŒckenlose Untersuchung gefordert?

„GefĂ€ngnisinsassen werden immer Ă€lter“
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 05.12.2011
Der Tages-Anzeiger kommentiert heute einen Bericht in der NZZ:

„In der ZĂŒrcher Anstalt Pöschwies sind 13 der zurzeit 426 Insassen ĂŒber 60 Jahre alt.“

Das GefĂ€ngnispersonal sei nur tagsĂŒber anwesend und nicht fĂŒr die Altenpflege ausgebildet. „FĂŒr eine 24-Stunden- Betreuung, wie dies beispielsweise Krebspatienten brĂ€uch- ten, fehlt das Geld,“ sagt der Pöschwies-Direktor Graf, „ausserdem klingt das in den Ohren der Bevölkerung nach «Komfort» und «Kuscheljustiz».“ (
)

Die Vollzugspraxis sei heute restriktiver, erklĂ€rt Florian Funk, SekretĂ€r des Ostschweizer Strafvollzugskonkordats. „WĂ€hrend man vor einigen Jahren schwerkranke Insassen noch in offene Einrichtungen ĂŒberweisen konnte, sei dies heute kaum mehr möglich. Das Stimmvolk hat sich fĂŒr die Verwahrungsinitiative ausgesprochen – mit der Konse- quenz, dass die TĂ€ter lĂ€nger im Vollzug bleiben.“

Wenn Direktor Graf deshalb fordert, man mĂŒsse dann „aber auch mehr Mittel investieren, um den Insassen ein menschenwĂŒrdiges Leben zu ermöglichen“, tönt das zwar edel und vernĂŒnftig, aber wie will er sich (nur ein Beispiel:) im „Fall A.H.“ rechtfertigen?

Sind das nicht nur schöne WorthĂŒlsen, wenn nachweisbar einem schwerkranken Verwahrten eine dringend notwendi- ge Spitalpflege mit einer skandalösen BegrĂŒndung verwei- gert wird? (
)

Wie lange noch will man solches dulden, wie lange noch immer mehr Menschen lebenslang in Strafanstalten „aufbewahren“ und sterben lassen wegen nachweisbar falsch ausgelegten Statistik-Prognosen?

Spendenorganisationen horten Hunderte von Millionen Franken
FUCHUR in ‚IG FAIR-WAHRT?’ – Tages-Anzeiger, 05.12.2011
Ich wĂŒsste eine Organisation, die Spenden dringend braucht und diese sicher nicht horten wird:

Postkonto: 85-593775-8
IBAN: CH48 0900 0000 8559 3775 8
Fair-wahrt? c/o Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg
BIC: POFICHBEXXX 

Überweisungen bitte mit Vermerk: „fĂŒr IG Fair-Wahrt“

Der Aufbau dieser Interessengemeinschaft wird von weni- gen Leuten ehrenamtlich geleistet. Diese Arbeit kommt nicht nur den Betroffenen zugute, die hat auch positive Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft! Wer das be- zweifelt, darf sich gerne melden:

DEN SPENDERN GANZ HERZLICHEN DANK!

Das neue Buch von Peter Zihlmann:
„Der Richter und das MĂ€dchen“

kann nur jenen nicht empfohlen werden, die sich ihr Bild eines unfehlbaren und gerechten Rechtssystems nicht an- kratzen lassen wollen.

Jemand empfahl mir das Buch mit den Worten: “FĂŒr mich ist es im Moment beinahe so etwas wie eine ‚Bibel‘ gewor- den – fast jedes Wort spricht mir aus der Seele“. (
es folgt ein ausfĂŒhrlicher Buchbeschrieb) FUCHUR

Der Beobachter berichtet

FUCHUR in ‚Medien-Echo’ – 27.11.2011
Der Beobachter berichtet in seiner Ausgabe 24/11 aus- fĂŒhrlich ĂŒber den „Fall A.H.“

Der Direktor der JVA Pöschwies gestand gegenĂŒber dem „Beobachter“ zu, „dass es «im Nachhinein wohl besser gewesen wĂ€re, die Ehefrau sofort nach der Überweisung insSpitalzuinformieren».“ FrauH.wurdeerstbenach- richtigt, als ihr Mann bereits einen Tag im Spital lag und nicht mehr ansprechbar war.

NatĂŒrlich verwundert nicht, dass der Direktor die von A.H.’s Abteilungsgenossen geschilderten Vorkommnisse weniger dramatisch sieht, „doch Ueli Graf will die Beden- ken der Insassen dennoch ernst nehmen. Die kĂŒnftige Betreuung PflegebedĂŒrftiger sei tatsĂ€chlich ein ungelös- tes Problem“.

In einem separaten „Beobachter“-Bericht gibt Ueli Graf zu: «Verwahrte bleiben unter einem Strafregime». Er bringt es auf den Punkt: „Alle Massnahmen, die nach mehr Komfort tönen, dĂŒrften es schwer haben. In der Bevölkerung geistern diese fal- schen Bilder einer Kuscheljustiz herum. Die Gesellschaft hat sich nun mal fĂŒr Verwahrungen ausgesprochen, um sich vor speziellen StraftĂ€tern zu schĂŒtzen.“ Er fĂŒgt bei, was besonders

hervorzuheben ist: „Jetzt muss sie auch fĂŒr deren altersgerech- te Betreuung sorgen.“

Ist sich die „Gesellschaft“ auch wirklich bewusst, was fĂŒr Konsequenzen sie mit ihren ĂŒberrissenen Sicherheitsfor- derungen auf sich genommen hat? Wohl kaum!

Sehr einsichtig tönen solche Worte vom Direktor einer Strafanstalt: „Wir mĂŒssen aber eine grundsĂ€tzlichere Fra- ge beantworten: Sollen Verwahrte ĂŒberhaupt noch zu- sammen mit Strafgefangenen untergebracht werden? Denn obwohl sie ihre Strafe verbĂŒsst haben, bleiben sie unter einem Strafregime. Auch als ĂŒber 65-JĂ€hrige mĂŒs- sen sie noch arbeiten, sie werden jeden Morgen zu einer bestimmten Zeit geweckt, und es gibt spezielle Kleidervor- schriften. Die Verwahrung soll aber keine zusĂ€tzliche Strafe sein. Sie soll nur verhindern, dass gefĂ€hrliche Men- schen wieder in die Gesellschaft entlassen werden.“ Sein Lösungsvorschlag: „Spezielle GefĂ€ngnisse oder Abtei- lungen fĂŒr Verwahrte, in denen sie mehr Freiheiten erhalten.“

„Der Sonntag“ berichtet

FUCHUR in ‚Medien-Echo’ – 27.11.2011
Auch in der heutigen Ausgabe von „Der Sonntag“ wird ĂŒber den „Fall A.H.“ berichtet und auf die „IG Fair-wahrt?“ hinge- wiesen:

„Der Krebstod eines in der Strafanstalt Pöschwies verwahrten Gefangenen wird zum Fall fĂŒr die Justiz. Die Witwe des 53-jĂ€h- rigen Mannes reicht definitiv Strafklage gegen die GefĂ€ngnislei- tung ein, wie sie der Zeitung „Der Sonntag“ bestĂ€tigt. Ihr Vor- wurf laute insbesondere auf „unterlassene und verweigerte Hil- feleistung“,sagtsiegegenĂŒberderZeitung
.A.H.littanKno- chenkrebs und erhielt Chemotherapien. Witwe und «IG Fair- wahrt?» werfen den Verantwortlichen in Pöschwies vor, A. H. trotz starker Schmerzen zur tĂ€glichen Arbeit gezwungen zu ha- ben“

GĂ€be es die „IG Fair-wahrt?“ nicht, wĂŒrde dieser „Zwischen- fall“ schnell einmal wieder vergessen, und kaum jemand in- teressierte sich gross dafĂŒr, wie es der Witwe eines „zu Recht(?)“ verwahrt gewesenen Vergewaltigers geht.

Wie beim letzte Woche bekannt gewordenen Fall des – ge- mĂ€ss Entscheid des Bundesgerichtes – zu Unrecht Ver- wahrten, (der Tages-Anzeiger berichtete u.a. darĂŒber), mĂŒsste auch der „Fall A.H.“ auf die RechtmĂ€ssigkeit der angeordneten Verwahrung wenigstens im Nachhinein ĂŒberprĂŒft werden.

Der Beobachter schreibt zum kĂŒrzlichen Entscheid des Bundesgerichtes (zum Fall des nach 10 Jahren aus der Verwahrung entlassenen, ursprĂŒnglich wegen Fahrens im angetrunkenen Zustand zu wenigen Monaten verurteilten Mannes – siehe weiter unten): „Die Verwahrung war nur möglich, weil die ZĂŒrcher Justiz- behörden das Gutachten in «unzulĂ€ssiger Weise uminter- pretiert» haben.“ und :
„Heute wird im Zweifel verwahrt. Und wer verwahrt ist, soll nie mehr rauskommen. Zu diesem Zweck schrecken Be- hörden offenbar nicht einmal davor zurĂŒck, Gutachten in «unzulĂ€ssiger Weise umzuinterpretieren».“, und stellt dazu „vier goldene Regeln fĂŒr faire Verfahren“ vor: „Erste Regel: Nur der Staat darf strafen. Die Lynchjustiz macht Fehler, weil Menschen mit einem Stein in der Hand zu oft den Falschen treffen.

Zweite Regel: Jeder starke Eingriff in persönliche Rechte muss von unabhĂ€ngigen Gerichten ĂŒberprĂŒft werden kön- nen. Denn Ämter, die direkt mit Betroffenen zu tun haben, sind zu befangen.

Dritte Regel: Es gibt Grundrechte, die man keinem Men- schen nehmen darf, weil sie ihm als Mensch zustehen.

Vierte Regel: Die absolute Wahrheit kennt keiner. Nur faire Verfahren bringen uns der Wahrheit nĂ€her. So hat zum Beispiel jeder Angeklagte ein Recht auf einen Anwalt und kann Gutachten beantragen, die Behörden und Richter nicht «in unzulĂ€ssiger Weise uminterpretieren» dĂŒrfen.“

(Quelle: Hysterie ist ein schlechter Richter / Dominique Strebel / Beobachter, Ausgabe 24-11)

Deshalb mĂŒsste nachtrĂ€glich auch im „Fall „A.H.“ geklĂ€rt werden, ob dieser Mann wirklich so gefĂ€hrlich war, dass seine Verwahrung gerechtfertigt war. Vorschlag: „Ehefrau- Therapie“

(…) Können sich Justizbeamte und Forensiker nicht vor- stellen, dass eine Ehefrau auf das zukĂŒnfige Verhalten ihres Mannes weit mehr Auswirkungen hat, als die beste Therapie und zudem allen mehr GlĂŒck und Zufriedenheit brĂ€chte?

Der „Fall A.H.“ mĂŒsste also auch in dieser Hinsicht ĂŒber- prĂŒft werden und ergĂ€be einen Modellfall, wie die Anzahl von Verwahrten reduziert werden könnte.

Eine „Ehefrau-Therapie“ wĂŒrde erst noch wesentlich weni- ger kosten und ersparte teure Einrichtungen…!

Frei nach zehn Jahren Verwahrung!
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 21.11.2011
Ein seit zehn Jahren Verwahrter darf die Pöschwies verlas- sen!

Mathias Ninck berichtete darĂŒber im Tages-Anzeiger. Es stand zuoberst auf der ersten Seite! Ein ausfĂŒhrlicher Be- richt und ein Kommentar fĂŒllte fast eine weitere Seite!

Das Erstaunliche an dem Bericht: Aus den meisten Leser- kommentaren konnte man lobende Worte ĂŒber den Ent- scheid des Bundesgerichtes lesen!

Da bin ich mir ganz anderes gewohnt aus Diskussionen zum Thema Verwahrung. Auch tönte es ganz anders, vor und nach der Abstimmung ĂŒber die Verwahrungsinitiative! (…)

„Zwei Psychiater. Zwei Welten“
FUCHUR in ‚FUCHUR berichtet’ – 20.11.2011

(Anmerkung des Schreibers: Der folgende ‚FUCHUR’-Arti- kel betrifft eine vielleicht bahnbrechende Auseinanderset- zung unlĂ€ngst zwischen Experten zum Thema Verwah- rung und Therapie. Darum haben wir ihn fĂŒr dieses End- jahresbulletin in ganzer LĂ€nge abgeschrieben.)

Es ist schon eine Weile her, dass „Der Sonntag“-Redaktor Sandro Brotz auf den Konflikt zwischen zwei Psychiatern, respektive zwei unterschiedlichen Auffassungen zum The- ma „Forensische Psychiatrie und Ethik“ aufmerksam ge- macht hat.

Wer glaubt, dieser Konflikt sei inzwischen tatsĂ€chlich eska- liert, tĂ€uscht sich. Oder die Öffentlichkeit wird darĂŒber hin- weggetĂ€uscht, welche MachtkĂ€mpfe in den GemĂ€chern der Justizia ausgetragen werden…

Doch diese Auseinandersetzung erhĂ€lt neue AktualitĂ€t, wenn man die HintergrĂŒnde vom „Fall A.H.“ betrachtet. Nicht nur, dass in den letzten Tagen des A.H. alle Verantwortlichen in der Pöschwies versagt haben, – es mĂŒsste auch rĂŒckwirkend ge- klĂ€rt werden, wie „neutral“ das psychiatrische Gutachten aus- gefallen ist, welches den schwer Kranken im GefĂ€ngnis mit völ- lig unzureichender medizinischer Versorgung festhielt.

Zusammenfassung des Aufsatzes „Forensische Psychiatrie und Ethik“ in der Schweizerischen Ärztezeitung 2011;92: 37

„FĂŒr die Psychotherapie von verurteilten Delinquenten gelten dieselben ethischen Gebote wie fĂŒr andere Patienten.“ schreibt Dr. GmĂŒr in der Einleitung zu seinem Bericht. Es sei der „Einfluss der von den Boulevardmedien emotionalisier- ten öffentlichen Meinung, die schĂ€rfere Methoden der Krimi- nalitĂ€tsbekĂ€mpfung fordert,“ dass „sich die forensische Psychiatrie in den letzten Jahren immer mehr von psychia- trieethischen Maximen entfernt“ habe.

FĂŒr die Anordnung einer stationĂ€ren Massnahme habe sich der „Drohbegriff «kleine Verwahrung» eingebĂŒrgert”.

Aus Angst vor Repressalien wĂŒrden es Massnahmepatienten und deren Angehörige immer weniger wagen, sich gegen Miss- stĂ€nde zu wehren.

GmĂŒr wagt sogar die Behauptung, Justizbeamte wĂŒrden mit Kritik zurĂŒckhalten, „weil sie nachteilige Folgen fĂŒr ihre beruf- liche Stellung und Karriere befĂŒrchten“!

GmĂŒrs Kritik richtet sich vor allem gegen die psychiatrische Diagnostik, welche fĂŒr die Prognosestellung von StraffĂ€lligen eine wichtige Rolle spielt.

Die Diagnostik habe sich „zu einer psychodiagnostischen We- sensbestimmung entwickelt“. Diese Entwicklung werde da- durch begĂŒnstigt, dass sich die forensische Psychiatrie „nicht mehr in erster Linie mit klinisch relevanten Krankheiten be- fasst, sondern die Beurteilung von Persönlichkeitsstörungen, mithin des gewöhnlichen GewalttĂ€ters, zu ihrer Kernkompe- tenz erklĂ€rt.“

Das sei ein Eingriff in den „ZustĂ€ndigkeitsbereich normativ richterlicher Urteilsfindung”

Sie bestimme durch „metrische und statistische Verfahren“ die kriminelle Persönlichkeit und „masst sich an, den zu- kĂŒnftigen Verbrecher nach Punkten zu identifizieren.“

Ihre Prognoseinstrumente wĂŒrden Merkmale verwenden, die „mit Krankheit und krimineller Handlung nicht direkt zu tun haben“ und berechnen so die GefĂ€hrlichkeit durch eine deterministische Auffassung, „die das Prinzip von freier Willensbildung und Selbstverantwortung geringschĂ€tzt oder sogar ausser Kraft setzt.“

Sie werde als „Basis fĂŒr eine kriminalhygienische SĂ€ube- rungsaktion benutzt, welche die Gesellschaft von kriminel- len Individuen befreien soll“ und leiste „damit einer wissen- schaftlich verbrĂ€mten Verdachtsjustiz Vorschub.“

„In der Psychotherapie, die als Massnahme angeordnet wird (Art. 59-61, 63 StGB), werden vielerorts Methoden praktiziert, die repressiv und persönlichkeitsverletzend sind. Sie missachten dadurch in krasser Weise psychiatrieethi- sche Standards. Diese gelten fĂŒr verurteilte Delinquenten in gleicher Weise wie fĂŒr alle anderen Patienten. Der Straf- vollzug an sich kommt zwar nicht ohne repressive und frei- heitseinschrĂ€nkende Massnahmen aus. Psychotherapie

darf aber nie als ÜbelzufĂŒgung, als Zusatzstrafe oder Straf-

verschĂ€rfung konzipiert sein.“

Sakrosankt seien Gebote, wie das „BemĂŒhen um Herstel- lung eines VertrauensverhĂ€ltnisses zwischen Patient und Therapeut, Einhaltung von Diskretion und Schutz der Intim- sphĂ€re. Völlig unzulĂ€ssig sind Drohungen, Herabsetzun- gen, Beleidigungen, Drangsalierung, zermĂŒrbende, an Ge- hirnwĂ€sche grenzende Stereotypien, Weiterleitung von In- halten der Therapie an Behörden, Verpflichtung zur Teil- nahme an Gruppentherapien und alle Formen der Ausnut- zung der haftbedingten AbhĂ€ngigkeit.“

Dem Opferschutz sei kein Dienst erwiesen, wenn Therapie eine „quasi manufakturelle, zurechtbiegende Bearbeitung der Psyche des Patienten“ sei. Vielmehr mĂŒsse diese als „eine interaktive Behandlung“ gestaltet werden, „die den Empfindlichkeiten und Eigenheiten des Patienten Rech- nung trĂ€gt.“

Aus psychiatrischer Sicht sei es unzulĂ€ssig, einen Patienten in eine „perspektivelose Lage zu drĂ€ngen und unerfĂŒllbare Forderungen zu stellen“. Wie soll er zum Beispiel in Haftbe- dingungen den Beweis seiner RĂŒckfallsfreiheit erbringen, wenn die Voraussetzungen dafĂŒr fehlen?

Missachtung ethischer GrundsĂ€tze „lĂ€sst die forensische Behandlung zu einer DelinquentenquĂ€lerei entarten.“

Sie rufen „bei den behandelten StraftĂ€tern und StraftĂ€terin- nen meistens Verbitterung, Hass- und RachegefĂŒhle her- vor, die sich in neuem deliktischem Aktionismus entladen können.“

GmĂŒr macht VorschlĂ€ge wie anders vorgegangen werden kann und weist darauf hin dass oft vergessen werde, „dass der Rechtsstaat in einer humanisierten Gesellschaft uns alle vor fal- schen Urteilen und inhumanem Strafvollzug zu schĂŒtzen hat. Den mutmasslichen TĂ€ter soll er durch die Maxime in dubio pro reo vor einem Fehlurteil bewahren.“

„Beim verurteilten Delinquenten soll durch das Institut des bedingten Strafvollzuges, den Erlass eines Strafdrittels bei gutem Verhalten und den Verzicht auf Rachejustiz zuguns- ten der Resozialisierung die negative Wirkung der Strafe auf seine Persönlichkeit so weit wie möglich verhindert werden. Solche Leitlinien sind, ebenso wie das Folterverbot bei Ermittlungsverfahren der Polizei, Kennzeichen einer Justizpraxis mit ethischem Augenmass.“

Die forensische Psychiatrie sei fĂŒr das Strafrecht nur von li- mitierter Bedeutung.

„Das Dominanzstreben der Gerichtspsychiatrie ist daher nicht gerechtfertigt. … Wenn sie den TĂ€ter als Opfer seiner selbst definiert und ihn open end, gar weit ĂŒber die Straf- dauer hinaus, in Haft behĂ€lt, schwĂ€cht sie das deliktprĂ€- ventive therapeutische Potential der Strafe, die an die Be- eindruckbarkeit, das Rechtsempfinden und die Fairness des Delinquenten appelliert.“

Ausserdem könne die fachpsychiatrische massnahmerele- vante Prognosebeurteilung „kaum objektiv und redlich er- folgen“, „wenn der Experte nicht nur fĂŒr mangelnde Sorg- falt, sondern fĂŒr jeden nicht vorausgesehenen RĂŒckfall haftpflichtrechtlich belangt oder an den medialen Pranger gestellt wird.“

„Die forensische Psychiatrie fĂŒhrt sich, die Justiz und die Gesellschaft in ein rechtsstaatliches Debakel, wenn sie in der Rechtsprechung eine Vormachtstellung anstrebt oder sich aufdrĂ€ngen lĂ€sst. Sie ist gut beraten, wenn sie sich strikte an ihre hauseigenen ethischen Maximen hĂ€lt, sich auf die Grenzen ihrer fachlichen und gesellschaftspoliti- schen Kompetenz besinnt und sich nicht von extremisti- schen AnsprĂŒchen einer fanatisierten, rechtsstaatlich unbe- kĂŒmmerten Öffentlichkeit vereinnahmen lĂ€sst“

Quelle: Schweizerischen Ärztezeitung 2011;92: 37

www.verwahrung.ch/blog, oder: www.fair-wahrt.ch/blog

Diverses

Erfreuliches…,

Schreiben wieder erlaubt: Nach unserer Inter- vention bei der Direktion wurde das in frĂŒheren Bulletins diskutierte ‚Schreibverbot’ (Erstellen von Briefen, Beschwerden etc. auf Wunsch und stellvertretend fĂŒr Gefangene, die solches nicht oder ungenĂŒgend beherrschen) inzwischen wie- der gelockert. Bedingung ist jetzt ‚einfach’ je- weils ein Hausbrief an die Direktion von beiden Parteien und aus solchen stellvertretenden Schriftarbeiten muss der Schreiber ebenso klar hervorgehen, wie derjenige, fĂŒr den er schreibt.

Merkliche Verbesserung: Seit den umstrittenen UmstÀnden vor und um den Tod von A.H. (siehe Rundschreiben vom 19.11.11) sind auf dieser Ab- teilung (ASP, JVA Pöschwies) seitens des Betreu- erpersonals merklich mehr Sorge zu verzeichnen um das Wohlergehen kranker und Àlterer Mitge- fangenen.

Umfrageergebnisse ĂŒbersteigen Erwartungen! Die vor einiger Zeit von uns lancierte Umfrage zeitigte mehr Einsendungen als anfangs gehofft! Wir dan- ken allen, die sich die MĂŒhe dafĂŒr genommen ha- ben! Die Auswertung ist im Gange. Da wir das Bestmögliche daraus holen möchten, ist der Auf- wand recht gross und zeitintensiv. Gesundheitli- che Probleme des Schreibers verzögerten den Fortschritt zu sehr, um die Resultate schon fĂŒr

dieses Bulletin bereit zu haben. Voraussichtlich bis Ende Januar/Anfang Februar ist es soweit.

Ein Zeichen des Himmels? Die Hass-, Hetz- und Angstpolitik von Blocher und Co. wird, end- lich!, erst vom Stimmvolk, und nun auch von der vereinigten Bundesversammlung abge- straft. Eine merkliche; nein, was sage ich?, eine MASSIVE Einbusse fĂŒr den Ruf der SVP-Hard- liner, allen voran die drei B’s: Blocher, Baader, Brunner. Und auch Heer, Mörgeli, Rickli, Frey- singer und wie sie alle heissen… Eine deutliche gelbe Karte – gewiss nicht bei allen gleicher- massen verdient – fĂŒr die SVP als Ganzes!

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Jetzt Besteck aus Metall: In der neuen Ab- teilung 60+ in der JVA Lenzburg haben die Gefangenen, nach wiederholten Protesten gegen das anfĂ€ngliche Plastikbesteck, nun normale Löffel, Gabeln und Messer aus Me- tall bekommen. (Dies gehörte eigentlich, statt hier unter Erfreuliches… eher in eine Rubrik: „Warum nicht gleich?“!)

Erfreulich witzig: Warum haben die Ostfriesen keine U-Boot-Flotte mehr? – Die ist am Tag der offenen TĂŒr untergegangen.

Aus „Pipeline“, informative kleine Knast-Info. FĂŒr Infos oder ‚Abo’-Konditionen: Peter Wiederkehr, Abteilung 60+, Postfach 75, 5600 Lenzburg)

…ĂŒber weniger Erfreuliches…

Nachtrag zur Busse wegen „RechtsgeschĂ€ft: (siehe Bulletin 3 und 4 unter dieser Rubrik) Der ‚Fall’ liegt jetzt beim Verwaltungsgericht des Kantons ZĂŒrich!

Salamitaktik: Seit etlichen Jahren erleben Pöschwies-Insassen eine stetige Abnahme ihres ‚Lebensstandards’. Nicht genug damit, dass der ZĂŒrcher Kantonsrat seine SparĂŒbun- gen nicht zuletzt an den SchwĂ€chsten der Ge- sellschaft â€šĂŒbt’ – und dazu gehören natĂŒrlich auch Gefangene (KĂŒrzung des Arbeitsentgelts um 10%, KĂŒrzung des Tagessatzes fĂŒr die Ver- köstigung ebenfalls um 10%) –, sondern die Straf-VerschĂ€rfungsmassnahmen werden immer einfallsreicher. Nur ein paar Beispiele:

  • –  Was tatsĂ€chlich auf den Tisch kommt gleicht dem, was sich ein ‚normal Sterblicher’ unter den jeweiligen MenĂŒbeschreibungen vorstellen wĂŒrde, immer weniger. KĂŒchenqualitĂ€tskontrol- len scheint es kaum oder gar nicht mehr zu ge- ben.
  • –  Punktebewertungen fĂŒr die Arbeit werden, bei gleichbleibenden Leistungen, Verhalten etc., deutlich tiefer angesetzt = noch weniger Ver- dienst.
  • –  Immer mehr persönliche GegenstĂ€nde, frĂŒher anstandslos erlaubt, werden verboten: U. a. das kleine Taschenmesser mit abgerundeter Klinge, Mini-Schraubenzieher fĂŒr kleine Repa- raturen von ZellengerĂ€ten etc. Schon oft selber erlebt und gehört: UrsprĂŒnglich bewilligte Ge- genstĂ€nde, wurden plötzlich sang- und klanglos einfach aus der Zelle entfernt.
  • –  WĂ€hrend frĂŒher auch Laptops erlaubt waren, wurden erst diese verboten, dann wurden die (bezahlten) CD-Beilagen aus den von PC-Be- sitzern abonnierten PC-Zeitschriften entnommen (teils ohne die Besitzer zu informieren), dann wur- den gewisse PC-Spiele verboten, dann Privat- PCs generell (definitiv ab Ende Jahr), dann gab es Miet-PC’s mit mehr und mehr eingeschrĂ€nk- tem Zugang (zum Beispiel Sperrung der rechten Maustaste, also der KontextmenĂŒs), dann nur noch solche ohne jegliche Laufwerke (CD, Flop-

py) und schliesslich wurden gar „Solitaire“, Com- puterschach und praktisch alles andere bis auf das MS-OFFICE-Packet gesperrt.

  • –  Zunehmend wurden Zahlungen, wie Telefon- kosten, TV- und PC-Miete etc., und auch Haus- briefkĂ€ufe ausschliesslich ab dem Freikonto (‚frei’ verfĂŒgbarer Teil des Gefangenenpekuli- ums) bewilligt – sofern ĂŒberhaupt noch Geld drauf ist. Was immer schwieriger wird, wenn der Arbeitsverdienst kaum oder gar nicht mehr reicht, um nebst dem Taschengeld schon nur die monatlichen Mieten, die AHV-AbzĂŒge, die Telefonkosten, die Fr. 5.– pro Krankheitsfall usw. zu decken.
  • –  Taschengeld-Auszahlung trotz teils massiven Preiserhöhungen gleichbleibend seit Anfang des neuen Jahrtausends.
  • –  Undsoweiter, undsoweiter…Zellen-Grosskontrolle beim Schreiber! Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem Versandtermin dieses Bulletins, mit noch viel Arbeit zu tun… Und – rein zufĂ€llig natĂŒrlich – just nachdem unsere Be- schwerde der hiesigen Leitung zwecks Stellungnah- me zugestellt wurde……bis zu Inakzeptablem:Feuer unter dem Dach: Ein Gefangener dieser Abteilung (ASP, JVA Pöschwies) legte am ver- gangenen Wochenende Feuer in seiner Zelle im obersten Stockwerk, nachdem er die TĂŒre von innen mit Möbeln verbarrikadiert hatte. Dies ist auch fĂŒr uns Mitgefangene inakzeptables Verhal- ten!Sehr bedenklich fĂ€nden wir indes auch, soll- te sich dieser mehrfach geĂ€usserte Vorwurf be- wahrheiten, dass der als besonders labil, zu- rĂŒckgeblieben und leicht reizbar bekannte, schwer drogenkranke 23-JĂ€hrige sich durch eine diskriminierende und verletzende Bemerkung seitens eines ‚Betreuers’ zu seiner Tat treiben liess.Ganz besonders verwerflich finden wir letztlich dies: Der Junge wird durch Aufseher und Sicher- heitspersonal rechtzeitig und unverletzt aus dem rauchgefĂŒllten Raum geholt. Soweit so gut; dafĂŒr

gebĂŒhrt den ZustĂ€ndigen denn auch Anerkennung und Dank. Kurz darauf aber soll er laut ĂŒberein- stimmenden Bezeugungen einer Reihe von Mitge- fangenen durch einen oder mehrere eben dieser Sicherheitsleute mit FĂ€usten und Schuhen traktiert worden sein. Nachdem er sich widerstandslos fest- nehmen liess. Und: an HĂ€nden und FĂŒssen gefes- selt, festgehalten von nicht weniger als vier MĂ€n- nern. Der Junge wurde gewiss direkt in den Bunker verbracht…

Fortsetzung folgt bestimmt!

Druck auf Beschwerde-Unterzeichner: Zuerst wurden die IG-(Mit-)GrĂŒnder vom Abteilungsleiter ‚in die Mangel genommen’. Dem Schreiber wurde unterstellt, „das Ganze alleine inszeniert“ und Mit- gefangene „manipuliert“ zu haben. Ihm wurde, als wir alle drei unseren Standpunkt nur bekrĂ€ftigen wollten, schliesslich ‚ein Maulkorb umgehĂ€ngt’, um ungestört auf die beiden anderen einreden zu kön- nen (was allerdings auch nicht zum gewĂŒnschten Ziel fĂŒhrte).

Seit die durch unseren Rechtsanwalt der Direk- tion eingereichte Beschwerde nun zur Stellungnah-

me an die Abteilung kam, werden systematisch Mitunterzeichner zum Chef gerufen, im allzu offen- sichtlichen Versuch, sie zum „RĂŒckzug ihrer Unter- schrift“ zu bewegen. DafĂŒr scheint auch mehr oder weniger subtiler Druck ausgeĂŒbt zu werden.

Dazu sagen wir einstweilen nur: „Unprofes- sionell, Herr Abteilungsleiter!“ – Fortsetzung folgt.

Weiter zum Thema „Unterschlagung von Brief- post?“ aus Bulletin 3 und 4: Auf die höflich, aber bestimmt lautenden Zeilen in einem Schreiben an die Leitung der FPA (Forensisch Psychiatrische Abteilung) wurde bis heute nicht reagiert. Zuerst bat ich, im SpĂ€tsommer, um eine Aussprache, in der Hoffnung auf KlĂ€rung der GrĂŒnde fĂŒr ‚verschwundene’ Briefpost an und von der FPA. Ich bekam keine. Schliesslich liess ich den erwĂ€hnten Brief folgen. Darin kĂŒn- digte ich, fĂŒr den Fall des weiteren Ausbleibens einer Reaktion, rechtliche Schritte an. Offenbar auch vergeblich. Der RA wird nun voraussichtlich eingeschaltet werden.

Fortsetzung folgt… zuverlĂ€ssig!

BRIEFZITATE

Eine Auswahl aus unserem ersten halben Jahr (alle Briefe wurden und werden beantwortet):Herr W. in L. (Direktor einer Massnahmeanstalt): â€žWir haben die Unterlagen aufmerksam studiert und können Ihr Anliegen gut nachvollzie- hen. …möchten wir (die Gefangenen) informieren und auf die Möglichkeit der Mitgliedschaft aufmerksam ma- chen. Deshalb bitte ich Sie um Zustellung von 10 Exemplaren (der IG-Unterlagen)…“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): â€ž…Seit ein paar Ta- gen hĂ€ngt am Anschlagbrett beim Pavillon ein Blatt von der IG ĂŒber diverse Rechte und Forderungen. Ich bemerke, dass es von den Insassen gelesen wird.“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): â€žViel Kraft und Mut wĂŒn- sche ich Ihnen. Aber auch fĂŒr all diejenigen, die draussen sind und unserer IG beigetreten sind oder noch werden: AnwĂ€lte, Presse und Privatpersonen. Jetzt dreht sich das Rad immer schneller und niemand wird es stoppen kön- nen. Dank dem Internet!“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): â€žMit diesen paar Zeilen will ich einfach nur gratulieren, es gibt immer mehr posi- tive Echos von diverser Seite hier im Hause… Lasst Euch nicht den Mund verbieten und auch nicht unterdrĂŒcken, Ihr seid auf dem richtigen Weg!“

Herr M.W. in L. (IG-Teilnehmer): â€žGestern erhielt ich das Rundschreiben mit den … sehr traurigen Infos

ĂŒber den Tod von A.H. Der ganze Bericht hat mich sehr erschĂŒttert, erschreckt und sehr traurig gemacht. Es gibt keinerlei Rechtfertigung fĂŒr dieses unmenschli- che, unwĂŒrdige, selbstgefĂ€llige Tun …! Und gerade die, die ein Vorbild fĂŒr uns sein sollten?! Abscheulich!!!
(Der Schreiber erhielt mit diesem Brief eine von vielen Mitge- fangenen der StA. L. unterzeichnete, sehr anmutig und ge- fĂŒhlsvoll gestaltete und beschriftete Kondolenzkarte zuhanden der Witwe – an welche wir es umgehend weitergeleitet haben) Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): â€žIch danke Euch fĂŒr den Erhalt des Bulletins, es ist sehr informativ und gut gemacht. Bravo, weiter so! …mit den anderen (Mitgefangenen) ĂŒber Euch gesprochen und versucht, ihnen zu erklĂ€ren, was ihr damit versucht. Doch ich habe … nur zu hören bekommen, das ist fĂŒr die Katz…“

Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): â€žNun eine kleine Info fĂŒr Euch – es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ein Mit- gefangener J.R. wird am 10.12.2011 nach 14 Jahren Haft entlassen, er wurde 1997 zu 5 Monaten GefĂ€ngnis … ver- urteilt (und verwahrt). Im 2008 hatte er seine ÜberprĂŒfung, die Verwahrung wurde in eine Massnahme nach Art. 59 umgewandelt. Nach 6 Monaten hat er die Therapie abge- brochen. Nun hat das Obergericht vom Kanton Zug seine Entlassung angeordnet.“

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): â€ž…- Um sicher zu stel- len, dass ein TĂ€ter aufgrund eines fehlerhaften Gutach- tens zu Unrecht verwahrt wird, mĂŒssten … zwei vonein- ander unabhĂ€ngige Gutachten erstellt werden. … – Bei der PrĂŒfung der Verwahrung durch die Fachkommissi- on sollte eine persönliche Anhörung des TĂ€ters stattfin- den… (etc.)“

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): â€žSehr belastend ist fĂŒr mich auch, dass es mir hier absolut unmöglich ist, sozi- ale Kontakte zu Mitgefangenen zu unterhalten, weil hier praktisch nur GewalttĂ€ter … inhaftiert sind. Ich lasse mich deswegen schon seit 5 Monaten stĂ€ndig in der un- genĂŒgend beheizten und nur 8.6 mkleinen Zelle ein- sperren (keine Arbeit, keine Freizeit, kein Hofgang). … ich bin mittlerweile psychisch ziemlich am Anschlag“.

Herr D.H. in K. (IG-Teilnehmer): â€ž…Ich bin sehr beein- druckt, mit welchem Enthusiasmus und mit welcher ProfessionalitĂ€t du dich fĂŒr die IG engagierst…“

Herr F.S. in R. (IG-Teilnehmer): â€žIch kann dir nur sa- gen, ein grosses Danke und ein grosses Bravissimo fĂŒr deine Anstrengungen und Realisierungen, fĂŒr das neue Bulletin etc. … Nur eine Frage: erreichen wir was mit der Zeit?“

Herr R.F. in K. (IG-Teilnehmer) â€žIch bin schon seit 11 Jahren in Haft … Ich wurde auch zu lange zu stark medikamentiert, sodass die Medikamente der Auslöser aller Probleme waren. Zudem hielt man mich etwa 5 Jahre in der Isolationshaft. Ich benötige dringend Hil- fe.“

Herr W.P. in L. (IG-Teilnehmer): â€ž…doch es ist nicht al- les wie es sein sollte (in einer neuen Abteilung fĂŒr Ă€ltere Ge- fangene), denn wir sind im GebĂ€ude integriert, das als Untersuchungshaft gebaut wurde. Die Zellen sind zwar 12 mgross, doch ansonsten ist es wie in der U-Haft; ein aus Eisen an der Betonwand montiertes Bett, ein Tisch aus einer Holzplatte an der Betonwand fest mon- tiert. … Bis vor zwei Wochen hatten wir noch Plastikbe- steck, nach mehrmaligem ‚StĂŒrmen’ gab es endlich nor- males Besteck…“

Herr D.O. in L. (IG-Teilnehmer): â€žNICHT AUFGEBEN! … Ich möchte dir auf diesem Weg danke sagen, fĂŒr

alles was du machst. Ich bitte dich, nicht aufzugeben, Egal ob privat oder mit der IG.“

Herr Y.P. in R. (IG-Teilnehmer) Â« …Je suis actuellement en FG depuis neuf mois. Je vais bientĂŽt terminer la vingtiĂšme annĂ©e de prison sois dĂ©jĂ  deux annĂ©es de plus…. »

(Übersetzung: Ich bin derzeit seit neun Monaten in der FG [Abt. „Fluchtgefahr“]. Ich werde bald das 20. Jahr Haft been- den, also schon ein Dutzend Jahre mehr [als die Haftstrafe].)

Herr R.O. in R. (IG-Teilnehmer): â€ž…wie ich sehe, lĂ€uft et- was fĂŒr unsere minimal AnsprĂŒche im Knast. Ich kann dir dazu nur gratulieren! Beiliegend meine Anmeldung. … Tja, ich warte immer noch auf meine Verwahrungs- umwandlung. (4 Jahre seit Inkrafttr. des neuen Gesetzes!) Die Verantwortlichen sitzen ja nicht im Knast…!“

Herr R.O. in R. (IG-Teilnehmer): â€ž…Mit Freude lese ich, dass es doch auch UnterstĂŒtzungsangebote gibt. Ehrlich gesagt, … ich bin inzwischen soweit, dass ich nicht mehr an den Sieg der Vernunft glaube. Zu viel musste und muss ich bis heute erleben und durchleiden! Trotzdem soll man bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben! In die- sem Sinn … wĂŒnsche ich dir und uns allen durchschla- genden Erfolg und vor allem Menschlichkeit!“

Herr J.S. in Z. (IG-Teilnehmer – war vor Jahrzehnten in Verwahrung): â€ž…(fĂŒr) deine Bestrebungen, soweit dies unter den schwierigen Bedingungen möglich ist, einen Interessenverband fĂŒr Verwahrte zu fĂŒhren … danke ich dir … (und) fĂŒr deine BemĂŒhungen um mehr HumanitĂ€t und Gerechtigkeit fĂŒr die Aermsten im Strafvollzug: die Verwahrten.“

Herr H.S. in L. (verwahrt, nicht Teilnehmer): (im verg. Oktober) â€žBin erstaunt, was dein Einsatz ist. Leider ist der Erfolg nicht unbedingt durchschlagend im Mo- ment. Hier mal einiges: Solange es AnwĂ€lte gibt, die Insassen … in falscher Sicherheit wiegen… Solange die Justiz Gutachten in Auftrag gibt, fallen diese immer zugunsten der Justiz aus… (etc.) So. nun wĂ€re ich dir dankbar, wenn du mir kurz den Erhalt dieses Briefes bestĂ€tigen könntest, damit ich sicher bin, dass du den Brief auch bekommen hast.“

(H.S. erhielt umgehend Antwort mit IG-Unterlagen – bis dato ohne weitere Reaktion)

Herr N.H. in R. (Mitgefangener): â€žIch habe teilweise Unterlagen (ĂŒber „Fair-wahrt?“) an andere Leute hier zum Lesen gegeben. … Nur haben die meisten Angst, sich in irgendeiner Form schriftlich zu Ă€ussern … et- was zu unterschreiben … Angst, es könnte gegen sich verwendet werden. Solche Leute hat es viele hier.“

Herr M.N. in R. (Mitgefangener): â€žBeiliegend stelle ich dir die Anmeldung als Gönner („Fair-wahrt?“) zu und wĂŒn-

sche allen Verwahrten eine faire ÜberprĂŒfung der Haft und faire WiedererwĂ€gung durch die Behörden. … Si- cherlich profitieren mit deiner standhaften Kraft auch andere, die … eine faire Behandlung durch die Behör- den verdienten.“

Frau S.H. in B. (Gönnerin, Witwe des verstorbenen IG- MitgrĂŒnders A.H.): â€ž…sehr geehrte Mitgefangene, egal wer und wo… Ich kann es nicht in Worte fassen, was mein Herz … zutiefst bewegt, von Euch soviel MitgefĂŒhl erleben zu dĂŒrfen! … Ich wĂŒnsche Euch fĂŒr alles, was noch auf Euch zukommt, die nötige Tragkraft.“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin): â€ž…Vom ersten Moment an ist die IG „Fair-wahrt?“ (bei so viel Perspektivlo- sigkeit) ein echter ‚Stern am Himmel’, eine riesen- grosse Motivation, eine stĂ€rkende Gemeinschaft von Gleichgesinnten … ein echter Aufsteller! Darum un- terstĂŒtzen wir die Arbeit … mit ganzer Überzeugung und so gut wir können.“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin, Verlobte eines IG-Teilneh- mers): â€ž…die Umfrage, an der Sie gerade arbeiten, scheint uns sehr wichtig, …. Super! … Es ermutigt uns, dass Sie und Ihre Kollegen so eifrig und kompetent ‚am Ball’ sind. …Nicht so wie bei einem Grossteil der invol- vierten Gremien und Behörden, wo man jeweils Mona- te, ja Jahre (!) auf Antworten wartet, die dann im End- effekt doch gar keine (verbindlichen) Antworten sind! … Diese Perspektivlosigkeit ist mit den Jahren zermĂŒr- bend… Ich wĂŒnsche Ihnen viel Kraft und Energie fĂŒr alle anstehenden Aufgaben!“

Frau S.F. in K. (IG-Gönnerin) : (bez. des unlĂ€ngst verstor- benen A.H.) â€ž…es sind Informationen, die mich als Mitmensch und Partnerin eines Verwahrten zutiefst (!!!) in der Seele betroffen machen, die ich am liebs- ten in die Welt hinausschreien wollte…“

Pater J.R. in S. (Gefangenenseelsorger): â€ž…die ganze Angelegenheit ‚Verwahrung’ beschĂ€ftigt mich schon seit sehr langer Zeit. … meine Anerkennung fĂŒr Ihre BemĂŒhungen …. Ich wĂŒnsche Ihnen viel Mut und Kraft und guten Erfolg fĂŒr Ihre Unternehmungen, wie ich spĂŒren durfte nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch zum Wohle Ihrer Leidensgenossen.“

Pater K.H. in H. (Österreich) (Gefangenenbegleiter): â€žIh- nen und dem gesamten Team sehr herzliche GrĂŒsse und meinen Respekt, meine Anerkennung vor Ihrem Tun, dass Sie als Betroffene tĂ€tig geworden sind, wo nie- mand wegen eines ĂŒbersteigerten Sicherheitsdenkens, wegen Verantwortungsscheu und aus politischem Kal- kĂŒl positive Akzente zu setzen wagt…“

Pater K.H. in H. (Österreich) (Gefangenenbegleiter):

„Eben habe ich Ihre Aufzeichnungen zum Tod Ihres Mitgefangenen A.H. gelesen und bin erschĂŒttert, ĂŒber die GefĂŒhllosigkeit im Umgang mit ihm, als einem schwerkranken Menschen seitens des Anstaltsperso- nals, noch mehr aber, dass er nicht wenigstens die letzte Zeit als Schwerkranker in Freiheit bei seiner Frau verbringen konnte. … Welche Gefahr … soll von einem schwerkranken Menschen ausgehen, der auf an- dere angewiesen ist?“

Sekretariat Klosters Einsiedeln: â€žAbt Martin lĂ€sst Sie herzlich grĂŒssen und dankt fĂŒr Ihren Einsatz fĂŒr Gerech- tigkeit und Fairness.“

Herr W.T. in M. (Deutschland) (KĂ€mpfer fĂŒr Minderheiten und Benachteiligte): â€žGanz grossartig! …wirklich ein Senk- rechtstart … in schwierigstem Milieu, praktisch aus dem Nichts heraus, eine derart gestaltvolle Initiative…“;

Herr W.T. in M. (Deutschland) (KĂ€mpfer fĂŒr Minderheiten und Benachteiligte): â€žBedrĂŒckend, die Details zum Vollzug – Respekt fĂŒr Ihre prĂ€zise, sachliche, unbestechliche Kom- mentierung!“

Herr Prof. A.L. in K. (Holland): â€žAl het Goede wens ik je, en … succes met ‘Fair-wahrt?’!! Bezig blijven, beschermt tegen de waanzin van het bestaan.”

(Übersetzung: Alles Gute wĂŒnsche ich dir, und Erfolg mit „Fair- wahrt?“! Aktiv bleiben! Das schĂŒtzt vor dem Wahnsinn der Rea- litĂ€t.)

Herr J.G. in B. (Deutschland): â€ž…fĂŒr die IG alles er- denklich Gute, was man ĂŒberhaupt wĂŒnschen kann.“

Frau I.P. in P. (Frankreich) (Gönnerin): â€ž…das (ange- sprochen sind Informationen aus Bulletin 1) geht auf keine Kuhhaut! Man reibt sich die Augen und kann kaum fassen, dass die ‚BĂŒrokratie’ ein so irrationales Vor- gehen beinhalten kann! Weiterhin viel Mut und Aus- dauer zu Eurem heroischen Reformversuch…“

Frau E.B. („Uriella“) in E. (bisher Fr. 300.– an Spenden!): â€žGott ist Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit etc., wofĂŒr wir kĂ€mpfen sollen. Viel Erfolg und Segen! Bravissimo! Mut und Gottvertrauen!“

Frau B.C. in T. (FM-Besucherin eines Mitgefangenen): â€žIh- rer Interessengemeinschaft … wĂŒnsche ich viel Erfolg. Ich selbst habe acht Jahre lang einen verwahrten Klienten be- sucht und weiss wie ohnmĂ€chtig Ihre Situation zum Teil ist. Durch die Initiative … schaffen Sie sicher bei allen Be- troffenen ein wenig Hoffnung.“

Dr. K.E. in L. (Philosoph) â€žim Übrigen gratuliere ich Ihnen zu Ihrem ‚aufrechten Gang’ …. Mögen Sie mit Ihrer neuen Unternehmung (IG „Fair-wahrt?“) Erfolg haben!“

Dr. U.O. in Z. (Rechtsanwalt): â€žIch … bin der Meinung, dass viele Ihrer Anliegen berechtigt sind. Ich habe auch immer wieder FĂ€lle zu bearbeiten, bei denen man zum Vorneherein feststellt, dass die „Politik“ im Spiel ist. … Ich wĂŒnsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg…“

Herr B.R. in Z. (Rechtsanwalt): â€žIch bin ĂŒberzeugt, dass die Interessengemeinschaft fĂŒr Verwahrte eine ganz wichtige Sache ist!“

Prof. A.D. in Z. (Lehrstuhl fĂŒr Strafrecht und Strafpro- zessrecht): â€ž…Ich wĂŒrde es richtig finden, wenn das, was Sie dem eh. Bundesrat Blocher als Zitat* zuschrei- ben (* s. IG-Flyer: â€žVerwahrte leben natĂŒrlich nicht wie Straf- gefangene“), in Tat und Wahrheit Wirklichkeit wĂ€re. Ich wĂŒnsche Ihnen und Ihren Mitstreitern alles Gute.“

Nationale Kommission zur VerhĂŒtung von Folter (NKVF) in Bern: â€žIhre Schreiben vom 21. Juni und 17. Juli 2011 haben wir mit grossem Interesse zur Kenntnis ge- nommen. … Die aktive Partizipation in Sachen Men- schenrechte ist fĂŒr die … NKVF von grosser Bedeu-

tung und wir sind fĂŒr konkrete Hinweise und Informa- tionen stets dankbar…“

Nationale Kommission zur VerhĂŒtung von Folter (NKVF) in Bern: â€žWir können die Wichtigkeit Ihres Projektes (IG „Fair-wahrt?“) nur betonen; durch die Lancierung Ihrer Umfrage und die daraus resultie- renden Ergebnisse können sicherlich wertvolle Infor- mationen gewonnen werden…“

Bundesamt fĂŒr Justiz BJ in Bern (in der Antwort auf un- ser Schreiben mit Bericht an Frau BundesrĂ€tin S. Somma- ruga): â€žFrau BundesrĂ€tin Sommaruga hat uns mit der Beantwortung Ihres Schreibens beauftragt. Wir möchten Ihnen unser aufrichtiges Beileid zum Hin- schied Ihres Kollegen ausdrĂŒcken. … weshalb Sie eine Untersuchung des Falles wĂŒnschen. Eine solche Untersuchung liegt jedoch nicht im ZustĂ€ndigkeitsbe- reich des Bundes. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre Beschwerde an die Anstaltsdirektion zu richten…“

***

Alle Namen und Adressen sind uns bekannt. Wenn Sie jemandem persönlich schreiben möchten – vielleicht möchten Sie jemanden darunter kennenlernen, vielleicht wissen Sie fĂŒr einen Mitgefangenen einen Rat, können etwas Licht in sein Dasein bringen, oder es liegen Ihnen Fragen auf der Zunge – dann senden Sie Ihren Brief an uns und bezeichnen die Initialen des ZielempfĂ€ngers. Wir leiten es gerne weiter. Die betreffende Person kann Ih- nen dann direkt antworten, wenn sie es wĂŒnscht und wenn Sie Ihren Absender angeben.

ADRESSEN

Adressen Inland:

Frei Andreas, Dr. med. Luzernische Psychiatrie Forensische Dienste
Voltastrasse 42, 6005 Luzern

Verwaltungsgericht des Kantons ZĂŒrich MilitĂ€rstrasse 36, 8090 ZĂŒrich

Bundesamt fĂŒr Justiz, Bundesrain 20, 3003 Bern

Denise Graf – Menschenrechtsarbeit zur Schweiz / Travail sur les droits humains en Suisse
Amnesty International, Section Suisse, 3001 Bern Telefon (mo, di, mi, do 09:00-17:00 h): 031-307 22 20 (dgraf@amnesty.ch)

Menschenrechtsverein augenauf:
augenauf Basel
Postfach, 4005 Basel
Telefon: 061-681 52 22 (basel@augenauf.ch)

augenauf ZĂŒrich
Postfach, 8026 ZĂŒrich
Telefon: 044-241 11 77 (zuerich@augenauf.ch)

augenauf Bern
Quartiergasse 17, 3013 Bern
Telefon: 031-332 02 35 (bern@augenauf.ch)

Uni Basel – Institut fĂŒr Soziologie, L. Seglias / M. Leuenberger Petersgraben 27, 4051 Basel

Tages Anzeiger, Redaktion Hr. Mathias Ninck Werdstrasse 21, Postfach, 8021 ZĂŒrich Telefon: 044-248 44 11

Beobachter, der schweizerische, Verlag und Redaktion, Jean Frey AG, Förrlibuckstr. 70, Postfach, 8021 ZĂŒrich Telefon: 043-444 52 52

Surprise Strassenmagazin, Red. Hr. Lukas Kundert Spalentorweg 20, 4003 Basel
Telefon: 061-281 04 17, Mobil: 079-636 46 12

Schweizer-Fernsehen, Fernsehstrasse 1-4, 8052 ZĂŒrich Telefon: 043-305 66 11

Selezione (kritische Medienberichte) Casella postale 103, 6853 Ligornetto
(www.selezione.ch)

Fachstelle Bildung im Strafvollzug (BiSt) Telefon: 041-240 78 68
Zentrum Selbsthilfe
Feldbergstrasse 55, 4057 Basel

FachstellevitminB
Gasometerstrasse 9, 8005 ZĂŒrich
Telefon: 043-266 00 11 (camonovo@vitaminB.ch, www.vitaminB.ch)

Verein Geraubte Kindheit, Frau Jacqueline HĂ€usler Brauerstrasse 60, 8004 ZĂŒrich
Telefon: 044 – 241 10 86 (geraubte-kindheit@bluewin.ch)

Pro Mente Sana
Hardturmstrasse 261, 8031 ZĂŒrich

Reform 91
ZĂŒrcherstrasse 228, 8500 Frauenfeld Telefon: 052-722 10 30

Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter Hr. lic. iur. Hanspeter ThĂŒr
Feldeggweg 1, 3005 Bern
Adressen Ausland:

Frau Dr. Grischa Merkel UniversitĂ€t Rostock Juristische FakultĂ€t – Lehrstuhl fĂŒr Strafrecht, Strafprozessrecht und strafrechtliche Nebengebiete Möllner Strasse 12, D-18109 Rostock, Deutschland 0049-381-498 8314 (grischa.merkel@uni-rostock.de)

Schwarzes Kreuz – Christliche StraffĂ€lligenhilfe e.V. JĂ€gerstrasse 25a, D-29221 Celle, Deutschland Telefon: 0049-5141-94616-0 (info@schwarzes-kreuz.de; www.schwarzes-kreuz.de)

Evang. Konferenz fĂŒr GefĂ€ngnisseelsorge Deutschland HerrenhĂ€user Str. 12, D-30419 Hannover, Deutschland Telefon: 0049-511-279 6403 (ekgsid@t-online.de)

Diakonie in Niedersachsen
Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg e.V. Kastanienallee 9-11, D-26121 Oldenburg, Deutschland Telefon: 0049-441-21001-0 (LV@diakonie-ol.de)

Institut fĂŒr Theologie und Politik
Friedrich-Ebert-Strasse 7, D-48153 MĂŒnster, Deutschland Telefon: 0049-251-524 738 (itpol@muenster.de)

Aks e.V. – Prof. Dr. H. Koch
Postfach 1268, D-48002 MĂŒnster
Telefon: 0049-251-490 2835 (info@aks-ev.net)

Pater Karl Helmreich, Gefangenenbetreuung
Anton Kellergasse 1 /2 / 1, A-2552 Hirtenberg, Österreich Telefon: 0043-664-734 56 120 (helmreich.karl@aon.at)

Verein „Soziale Gerichtshilfe“
Wickenburggasse 18-22, A-1080 Wien, Österreich

„’s HĂ€ferl“, die etwas andere Hilfe – Selbsthilfegruppe fĂŒr Haftent- lassene und FreigĂ€nger
Hornbostelgasse 6, A-1060 Wien, Österreich
Telefon: 0043-1-597 40 80

Sekretariat des CPT
(Europ. Konvention zur VerhĂŒtung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe)
Europarat, F-67075 Strasbourg Cedex, Frankreich
Telefon: 0033-3-88 41 39 39

EMRG:
Kanzler des Europ. Gerichtshofs fĂŒr Menschenrechte Europarat, F-67075 Strasbourg Cedex, Frankreich

ANNONCEN

In eigener Sache:

Dieses Bulletin erscheint sporadisch und ohne GewÀhr auf KontinuitÀt!

Handlungen im Namen der IG, mĂŒssen von uns vorgĂ€ngig autorisiert sein! Wir bitten um VerstĂ€ndnis; wir können die Verantwortung nur fĂŒr unser eigenes Handeln ĂŒbernehmen!

Annoncen und BeitrĂ€ge bitte sachlich und kurz halten (keine Garantie fĂŒr Verwendung). Kurze Annoncen sind fĂŒr Teilneh- mende/Gönner kostenlos, hier veröffentlichte BeitrĂ€ge kön- nen nicht mit Geld honoriert werden. Auch auf unserer Homepage könnt Ihr Annoncen oder von uns genehmigte ei- gene BeitrĂ€ge veröffentlichen lassen! BlogeintrĂ€ge hingegen sind in der alleinigen Verantwortung des Schreibers oder der Schreiberin. Wer frĂŒher schon etwas veröffentlichte (Buch,

Artikel, Diskussionspapiere etc), kann – auf Antrag – auf un- serer Homepage darauf hinweisen oder es u. U. auch zum Herunterladen veröffentlichen oder mittels Link darauf ver- weisen lassen! Bitte fragt uns nach den Bedingungen.

Chiffre-Inserate: Es können auch Chiffre-Inserate veröffent- licht werden (etwa zwecks Bekanntschaften mit anderen Verwahrten) Einfach im Brief an uns mit dem gewĂŒnschten (kurzen!) Inserattext erwĂ€hnen, dass statt des Namens und Absenders des Inserenten, eine Chiffre verwendet werden soll. Das Inserat wird dann hier nur mit der Chiffre-Nummer und uns als Kontakt-Adresse erscheinen. AllfĂ€llige Antwor- ten werden dann von uns an den oder die Inserierende(n) weitergeleitet.

Geldmittel: Wir benötigen dringend Mittel zur Deckung von Un- kosten! Spenden von Aussenstehenden sind willkommen. Post- checkkontoNr: 85-156 159-0; Überweisungen bitte mit Vermerk: „fĂŒr IG-Fair-wahrt“!

Wir brauchen Namen und Adressen von Verwahrten die ev. an uns interessiert sind und von möglichen Gönnern und Sponsoren!

Druck-Sponsoring gesucht fĂŒr unsere Drucksachen, oder fĂŒr Verbrauchsmaterial fĂŒr unseren Farblaser-Drucker (der sich hier in der JVA Pöschwies, bei mir auf der Zelle befindet, wo dieses Bulletin entsteht)! Wir helfen dafĂŒr gerne, Ihre Eigenwer- bung zu verbreiten – hierin und auf unserer Homepage! (ww- w.fair-wahrt.ch oder www.verwahrung.ch) Bitte schreiben Sie an: sh dort!

Dies betrifft Angehörige und Freund/-innen von Verwahrten:

Nun können auch Sie sich organisieren! Im Aufbau: Interes- sengemeinschaft fĂŒr Angehörige und Freunde/ Freundinnen von Verwahrten, Massnahmegefangene auf unbestimmte Zeit, Menschen in einer geschlossenen psychiatrischen Insti- tution. Schon jetzt erfahren die InitiantInnen UnterstĂŒtzung von prominenter Seite! SolidaritĂ€t wird ab sofort gross ge- schrieben! (Siehe auch Frontseite dieses Bulletins). Einstweili- ger Kontakt: Frau Marion Mansour, m.mansour@gmx.ch , oder per Brief an uns von der IG: Beat Meier, Roosstrasse 49, 8105 Regensdorf!

Diverse Anzeigen:

Gesucht werden laufend liebe Mitmenschen mit dem Herz am rechten Fleck, um einsame Verwahrte oder andere Ge- fangene mit Briefen, ev. Besuchen, und guten Gedanken zu begleiten. Helfen Sie mit, Verzweiflung, oder gar Verbitte- rung zu lindern; Sie leisten nicht nur Hilfe einem Menschen in Not, sondern damit indirekt auch einen wertvollen Dienst an der Gesellschaft!

Wer wuchs in Kinderheimen und/oder als Verdingkind auf? Hunderttausende! Ich auch! Du? Selber verwahrt und in Haft seit anfangs 1993 suche ich Leidensgenoss/innen. FĂŒr mich ganz besonders interessant wenn Du Erfahrungen in einem der folgenden Heime hinter dir hast: Kinderheim Kloster SchĂŒpfheim (LU), Bethlehem Wangen b. Olten (SO), St. Georg Bad Knutwil (LU), Schloss Erlach (BE), Platanen- hof Oberuzwil (SG), Albisbrunn Hausen am Albis (ZH). Bitte schreibt mir an: IG-„Fair-wahrt?“, c/o Beat Meier, „Chif- fre 0001“, Roosstrasse 49, CH-8105 Regensdorf.

BrĂŒcken gibt es ĂŒberall â€“ wir mĂŒssen sie nur benutzen…

*** Wir bitten um Spenden, um die IG weiter betreiben zu können! * * *

Postkonto: 85-593775-8
IBAN: CH48 0900 0000 8559 3775 8
Fair-wahrt? c/o Beat Meier, abt 60plus, Wilstrasse 51, CH-5600 Lenzburg
BIC: POFICHBEXXX 

Herzlichen Dank!