Interessengemeinschaft für Verwahrte "IG Fair-wahrt?"     

Liebe Mitmenschen
Wir waren zunächst 5 Verwahrte, hier in einer der Abteilungen der Strafanstalt Pöschwies, bei welchen mit immer unbegreiflicheren, ja oft absurden Argumenten ein Verwahrungsurteil gegen uns gerechtfertigt und aufrechterhalten wird. Fünf Verwahrte von mittlerweile Hunderten schweizweit.
Kein Verwahrter soll je wieder freikommen, koste es was es wolle? Weshalb wird ein Mann verwahrt und bleibt es um jeden Preis, der unbestritten nie gewalttätig war? Und wie kommt es, dass hierzulande Menschen jahrzehntelang in Strafanstalten verkümmern, deren einziges Verbrechen psychische Krankheit war? Warum werden viele Verwahrte als "untherapierbar" und "therapieunwillig" weggesperrt, während in Wahrheit einfach die Kapazität für die notwendige Therapie fehlt? Und wussten Sie, dass heutzutage ein Abstreiten der vorgeworfenen Verbrechen auch dann als "Uneinsichtigkeit" taxiert wird, wenn dafür lediglich ‚Indizien', aber keine Tatsachenbeweise existieren? Und dass dies letztlich zu "Untherapierbarkeit" und somit zu Verwahrung führen kann?

Der Unterschied zwischen lebenslanger Verwahrung und ‚normaler' Verwahrung besteht praktisch nur noch in den viel höheren Kosten für Letztere, wegen den vorgeschriebenen Überprüfungen, die zunehmend im Verdacht stehen, letztlich nur noch den Schein wahren zu wollen.

Immer zahlreicher werden diejenigen, die mit uns in der Einschätzung übereinstimmen, dass es weniger um Sicherheit der Gesellschaft, sondern darum geht, dem politischen und gesellschaftlichen Klima zu genügen. Niemand will mehr Verantwortung übernehmen - wobei es oft vor allem um Angst vor negativen Schlagzeilen, um Machterhalt, um Gesichtwahrung und um das Spiel mit der von der Skandalpresse und von gewissen Parteiinteressen geschürten gesellschaftlichen Angst geht.

Darum haben wir die Interessengemeinschaft für Verwahrte "IG Fair-wahrt?" gegründet und sind nun dabei, in der ganzen Schweiz Teilnehmer anzuwerben und Gönner zur Unterstützung unserer Anliegen einzuladen.

Unsere Anliegen sind legitim, denn die Schweiz ist ein Rechtsstaat! Wir möchten nicht mehr und nicht weniger als die Rückkehr vom gegenwärtigen, gefährlichen Kurs zu jener Schweiz, an welche wir immer glauben wollten:

Ein Rechtsstaat der fair ist zu allen, und der die Menschenrechte achtet!

Bitte nehmen Sie sich 5 Minuten um die "Info Broschüre" zu lesen!
Helfen Sie uns, einer rapide wachsenden Gruppe von Menschen, die unter einem von Vielen als 'langsame Todesstrafe' empfundenen Los tagaus, tagein leiden und sich dennoch nichts weiter wünschen, als dass jemand endlich genau, wirklich unabhängig und unvoreingenommen hinsieht!

Wir werden es Ihnen danken. Und wir wollen die uns gewährte Chance demütig annehmen und uns ihrer würdig erweisen.

Für die "IG Fair-wahrt?"
Beat Meier


Aktuell: Rundbrief 10


Teilnehmer "der ersten Stunde" Beat Meier (BM), G.G, M.D., A.H., J.S., H.Z.

Ziele der "IG Fair-wahrt?"

1. Aufklärung der Öffentlichkeit.
2. Begrenzung der Verfahrensdauer.
3. Keine jahrelangen Sistierungen der periodischen Überprüfungen.
4. Seriöse, unabhängige Überprüfungen, periodisch umfassend, detailliert und genau!
5. Obligatorische Rechtshilfe auch bei Überprüfungen.
6. Stopp dem Einfluss durch die "politische Stimmungslage" auf die Gerichte.
7. Stopp der Beeinflussung von Gutachten durch Medien und öffentlichen Druck.
8. Zulassung und Mitberücksichtigung von privaten Gutachten.
9. Wo immer möglich, vermehrte Anwendung von Alternativen zur Verwahrung:
- entsprechend strukturierte Wohnheime,
- elektronische Fussfesseln,
- wo nötig rund um die Uhr-Betreuung durch geschulte Bezugspersonen.
10. Gewährung aller dem Verwahrungszweck nicht zuwiderlaufenden Menschenrechte, nur die wirklich notwendigen Einschränkungen für Sicherheitsverwahrte:
- Keine Unterbringung in Strafanstalten.
- Beschränkung einzig auf Freiheitsentzug (keine Verwahrten-Zusatz-Strafe !).
- Freier Brief-, Telefon- und Mailverkehr (Internet), nur die notwendigen Kontrollen.
- Vermehrte Besuchsmöglichkeiten, Familienkontakte (Privatsphäre).
- Zugang zur Natur, (gesicherte) begleitete Ausflüge/Urlaube, Bademöglichkeit.
- Zulassung von eigener Verköstigung, eigene Kochmöglichkeit.
- Keine Behinderung von Lektüre, Musik, Unterhaltung, Wissensaneignung.
- Zugang zu Weiterbildung, Kursen, Hobbys.
- Sinnvolle und möglichst individuell angemessene Arbeitsmöglichkeiten.
- Gerechte Entlöhnung.
- Freie Arztwahl.
- Keine Zwangsarbeit für verwahrte IV-Bezügerlnnen, Rentnerlnnen.
11. Stopp der Diskriminierung von Verwahrten gegenüber Strafgefangenen!
12. Verwertbare Protokolle (schriftlich, audio oder video) aller Gutachter- und Therapiegespräche mit Einsichts- und Genehmigungsrecht der Betroffenen.


Hinweis: Der Tages-Anzeiger hat als erste Zeitung am 30.Juni 2011 über die Gründung der IG berichtet!
"Verwahrte fordern Privilegien"


Einstweilige 'Anlaufsteile' für Inhaftierte, Teilnehmer/Gönner:
IG "Fair-wahrt?" Beat Meier, JVA Pöschwies, Roosstrasse 49, CH-8105 Regensdorf

Download Flyer IG "Fair-wahrt?" (pdf)

Aussenkontakte:
Tel.: 076-329 14 65 - E-Mail: fair-wahrt@Safe-mail.net
Home-Page: www.verwahrung.ch (www.fair-wahrt.ch)


5 Jahre IG "Fair-wahrt?" und 4 Jahre Förderverein  Neue Statuten der IG "Fair-wahrt?"


Damit die "IG Fair-wahrt?" ihre Aufgaben erfüllen kann, sind wir auf Spenden angewiesen.
Deshalb bitten wir auch Sie um einen Beitrag.
Herzlichen Dank!
Postkonto: 85-593775-8
IBAN: CH48 0900 0000 8559 3775 8
Förderverein "IG Fair-wahrt?", 8634 Hombrechtikon
BIC: POFICHBEXXX

"Die Verwahrung ist tatsächlich ein dunkles Thema der Schweizer Justiz ... ein spezifisch schweizerisches Thema ... es gibt da echt ein Problem." (Amnesty International Schweiz)
Wir fragen: wann hört endlich auch die Schweiz damit auf, Menschen leichtfertig zu verlochen?

DAUERHAFTE VOLLKOMMENE UNGEWISSHEIT IN HAFT IST FOLTER!